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Gesundheitspolitik 28. November 2005

Zurück an den Start bei Qualitätskriterien

Die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) hat den gesetzlichen Auftrag, Qualitäts-überprüfungen in den niedergelassenen Praxen durchzuführen. Dazu wurde von der kammereigenen Gesellschaft für Qualitätssicherung & Qualitätsmanagement in der Medizin (ÖQMed) ein Kriterienkatalog erstellt. Der Gesundheitsministerin geht dieser allerdings nicht weit genug.

Zurück an den Start heißt es in Sachen Qualitätsüberprüfung der Arztpraxen. Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat geht der Verordnungsentwurf, der im Juni von der Vollversammlung der Österreichischen Ärztekammer beschlossen und ihr zur aufsichtsbehördlichen Genehmigung vor-gelegt wurde, nicht weit genug. „Mit Bedauern mussten wir feststellen, dass der beschlossene Verordnungstext in einigen Punkten von den im wissenschaftlichen Beirat diskutierten und gemeinsam von Vertretern der Ärztekammer und des Ministeriums gefundenen Kompromisse abgeht“, teilt sie in einem Brief vom 2. September dem Präsidenten der Ärztekammer mit. Sie beruft sich dabei auf Mitglieder des wissenschaftlichen Beirates, zu denen unter anderem der niederösterreichische Patientenanwalt Dr. Gerald Bachinger gehört. Diese hatten die Verordnung vor allem in den Bereichen Fort- und Weiterbildung, EBM und Leitlinien, Hygiene- und Notfallpläne, Fehlermanagement und Barrierefreiheit in Ordinationen als „unzureichend“ kritisiert.
„Ich ersuche daher gemeinsam mit den Expertinnen und Experten des wissenschaftlichen Beirats zur Qualitätssicherung nochmals die offenen Punkte zu diskutieren und Lösungen zu finden“, ließ die Ministerin wissen. Sie regte auch die Einbeziehung von Vertretern der Fachgesellschaften an. In der ORF-Pressestunde darauf angesprochen, sagte Ärztekammerpräsident Dr. Reiner Brettenthaler, die Ministerin sei wohl in manchen Punkten unzureichend informiert. Vor allem im Bereich der ärztlichen Weiterbildung habe Österreich eine Vorbildfunktion für ganz Europa. Er kündigte allerdings weitere Gespräche mit dem wissenschaftlichen Beirat an.

Mag. Andrea Fried, Ärzte Woche 38/2005

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