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DI Adolf Rieger Bürgermeister von Neumarkt am Wallersee, ÖVP.
 
Gesundheitspolitik 29. September 2017

„Es geht vor allem um die ärztliche Versorgung in der Nacht“

3 Fragen, 3 Antworten

Der ÖVP-Bürgermeister von Neumarkt am Wallersee, Adi Rieger, will mit den Hausärzten aus der Region ein First-Responder-System aufbauen. Die Forderung nach einem eigenen Notarztstützpunkt habe man lediglich unterstützt, aber nicht erfunden, sagt er. Da sich noch keiner freiwillig gemeldet hat, schlägt Rieger vor, Notfallsanitäter heranzuziehen.

Gemeinsam mit zehn anderen Bürgermeistern aus dem Großraum Straßwalchen haben Sie ein Notarztstützpunkt in Straßwalchen gefordert, jetzt sind Sie mit dem First-Responder-Modell zufrieden?

Rieger: Die Forderung nach einem Notarztstützpunkt in Straßwalchen kam vor allem von den Bürgermeistern aus den angrenzenden oberösterreichischen Gemeinden, wir vier Bürgermeister auf der Salzburger Seite haben das nur unterstützt. Aber ich muss schon einmal sagen, dass unsere niedergelassenen Ärzte und das Rote Kreuz jeden Tag hervorragende Arbeit leisten. Die sagen mir, dass es in Neumarkt keinen akuten Handlungsbedarf im Hinblick auf die qualitative und quantitative Versorgung gibt.

Wir haben allein in Neumarkt in zwei Gesundheitszentren rund 30 Ärzte.

Warum gibt es dann Beschwerden in der Bevölkerung, die Landtagsabgeordnete Neuhofer hat von einem Unbehagen gesprochen.

Rieger: Es geht doch vor allem darum, die ärztliche Versorgung in der Nacht zu optimieren, und hier haben sich wegen der Unterversorgung der angrenzenden Regionen in Oberösterreich wir Bürgermeister für einen Notfall-Stützpunkt ausgesprochen. Dieser Wunsch kann aber nur im Einvernehmen beider Bundesländer realisiert werden. Landesrat Stöckl hat die Schwierigkeiten bei den Verhandlungen mit Oberösterreich genannt (Anm.: Die oberösterreichische Ärztekammer verlangt 3000 Euro für eine 24-Stunden-Notarzt-Bereitschaft.).

Jetzt soll ein First-Responder-System kommen, also zuerst der Hausarzt im Notfall kommen, aber auch dafür hat das Land noch keine Ärzte gefunden.

Rieger:Daher schlage ich auch vor– als einen ersten Schritt –, Notfallsanitäter rund um die Uhr neben den ehrenamtlichen Rettungssanitätern einzusetzen. Die Ausbildung zum Notfallsanitäter erfolgt aufbauend zur Ausbildung zum Rettungssanitäter. Vor allem in Notfallsituationen kommt es ja auf die schnelle und erfahrene Hilfe an, und oft sind ja die Sanitäter vor dem Notarzt am Einsatzort.

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