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Dr. Harald Mahrer Wissenschaftsminister, ÖVP
 
Gesundheitspolitik 22. September 2017

„Wenn wir uns anstrengen gehören wir zur Weltspitze“

3 Fragen, 3 Antworten

Der Technologie-affine Wissenschaftsminister möchte die Republik, auch mit Infrastrukturprojekten wie dem neuen MedUni-Campus, zum „Innovation Leader“ machen. Vorbilder findet er nicht im Silicon Valley, sondern in Asien.

Sie wollen aus dem Land der Lipizzaner und Mozartkugeln eines der Forschung und Entwicklung machen, wie weit ist dieser Weg noch, den sie da gehen wollen?

Mahrer: Das kommt auf die jeweiligen Vergleichsländer an, in der europäischen Gruppe haben wir es bis auf Platz 7 geschafft, aber nachdem ja alle Länder investieren kann man schwer sagen, ob wir es in den nächsten ein, zwei Jahren in die europäische Spitzengruppe hinein schaffen. Das ist machbar.

Der eigentliche Vergleich, im Medizinbereich zumindest, kann ja wohl kein europäischer sein.

Mahrer: Ja, aber es ist auch nicht der angloamerikanische Raum, der reine Fokus aufs Silicon Valley greift viel zu kurz. Man muss sich anschauen, welche spannenden neuen Geschäftsideen, welche neuen Ausgründungen aus Grundlagenforschungseinrichtungen oder angewandten Einrichtungen finden im südostasiatischen Raum statt, insbesondere Südkorea, Singapur, der Großraum um Hongkong sind interessant, aber auch Japan. An sich ist Japan eine risikoaverse Kultur, viele Patente, die dort zugelassen wurden, wurden nie verwertet. Das ändert sich jetzt dort auch. Dadurch bekommt der ganze süd- und ostasiatische Raum eine irrsinnige Dynamik.

Und wie wollen Sie Österreich in diese Führungsgruppe bugsieren?

Mahrer:Das ist ein echtes Rennen. In einem Zeitraum von fünf bis sieben Jahren können wir das schaffen, wenn wir uns anstrengen. Wir hätten Ausgangsvoraussetzungen dafür. Die gute Nachricht. Wir haben zur Zeit einen Braingain und keinen Braindrain. Bedeutet: Wir müssen noch mehr weg von der Gießkanne, hin zur kompetitiven Exzellenzförderung. Um ein Beispiel zu nennen: Der Goldstandard ist die Zahl der European Research Grants, die hier ansässige Spitzeninstitutionen nach Hause holen, um Teams im Bereich der Exzellenzforschung zu finanzieren.

Da liegen wir überdurchschnittlich gut. Ich kann mir vorstellen, diese eingeworbenen Grant-Mittel von Bundesseite her zu verdoppeln. Das schafft eine ganz andere Hebelwirkung, um Forscher nach Österreich zu holen, und kann im Rahmen der nächsten Leistungsvereinbarung mit den Universitäten starten. Dieses Instrument funktioniert schon am IST Austria in Maria Gugging.

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