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© MedUni Wien
Bald Wiens größte Baustelle: der MedUni Campus Mariannengasse.
 
Gesundheitspolitik 22. September 2017

Traumhaus für Studenten

Campus Mariannengasse. In Wien-Alsergrund entsteht ein Forschungs- und Lehrgebäude, das Wien zum medizinischen Spitzenstandort machen soll. Eröffnung: 2025.

Die Wiener Mariannengasse ist ein medizinhistorischer Standort. Am Alsergrund führte einst Viktor Frankl seine psychotherapeutische Praxis. Heute residiert das Viktor Frankl-Zentrum an dieser Adresse. Und ab 2020 wird hier, zwischen Altem und Neuem AKH, Wiens dann vermutlich größte Baugrube zu bewundern sein, für den neuen Medizin-Campus der Medizinischen Universität. Die Mittel dafür hat Wissenschaftsminister Harald Mahrer (ÖVP) vor wenigen Tagen freigegeben.

Die MedUni Wien zieht bis 2025 auf einer Nutzfläche von 35.000 Quadratmetern wesentliche Teile der Vorklinik auf den neuen Campus zusammen. Noch im Herbst soll der Architekturwettbewerb für das rund 340 Millionen Euro schwere Projekt von Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), Wissenschaftsministerium und Uni starten.

Die Universität bemüht sich bereits seit Jahren um eine Übersiedlung zentraler Teile der vorklinischen Fächer aus veralteten Gebäuden in ihrer Umgebung auf einen neuen Campus. Zu diesem Zweck wurde schon vor längerem das ehemalige Wien-Energie-Gelände in der Mariannengasse erworben. 284 Millionen Euro werden dort in Forschungs- und Lehrinfrastruktur sowie den Neubau der Vorklinik investiert. 55,5 Millionen in die Ausstattung und medizinisch-technische Einrichtung.

Für MUW-Rektor Markus Müller kein Jahr zu spät. Denn die Anatomie-Ausbildung in der ehemaligen Waffenfabrik in der Währingerstraße entspreche längst nicht mehr den Anforderungen moderner Ausbildung.

Insgesamt 744 Wissenschafter vom Zentrum für Physiologie und Pharmakologie, vom Zentrum für Anatomie und Zellbiologie, vom Zentrum für Pathobiochemie und Genetik, vom Zentrum für Medizinische Physik und Biomedizinische Technik und dem Institut für Krebsforschung sollen bis spätestens zum Wintersemester 2025 von ihren bisherigen Arbeitsplätzen in der Währinger Straße, der Borschkegasse und der Schwarzspanierstraße auf den neuen Campus übersiedeln, womöglich sogar ein Jahr früher.

Medizinischer Spitzencampus

Für den Aufstieg zum „Innovation Leader“ sei nachhaltiges Investieren in Forschung und Entwicklung nötig, betonte Wissenschaftsminister Harald Mahrer (ÖVP). „Dafür braucht es aber auch die nötige Infrastruktur.“ Der MedUni Campus Mariannengasse sei das derzeit größte Bauprojekt. „Damit setzen wir einen Meilenstein, um der medizinische Spitzencampus in Europa zu werden.“ Der neue Standort bringe eine sinnvolle Konzentration und liege sowohl zentrumsnahe als auch nahe am klinischen Bereich am AKH.

Neben Hörsälen, Seminar- und Praktikumsräumen sowie einem „Skillslab“ für die Studenten soll es eine neue, zentrale Forschungsinfrastruktur für Großgeräte geben. „Wir werden dort eine Lernumgebung haben, die einer modernen Uni entspricht“, so Rektor Markus Müller. So werde etwa Simulation eine wichtige Rolle spielen: „Bevor am Patienten gearbeitet wird, werden die Studierenden an Simulatoren ausgebildet.“ Das Blättern in Anatomie-Atlanten durch die 3 D-Brille abgelöst. So werde die Ausbildung sowohl schneller als auch interessanter.

BIG-Geschäftsführer Hans-Peter Weiss kündigte für den Bau Greenbuilding sowie neue Materialien und Technologien an.

Martin Krenek-Burger
, Ärzte Woche 39/2017

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