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Gesundheitspolitik 24. November 2005

Anästhesisten wissen, wo gespart werden kann

Die Österreichische Gesellschaft für Anästhesiologie, Reanimation und Intensivmedizin (ÖGARI) hat große Einsparungspotenziale für die Spitäler errechnet – angeblich ohne Einbußen bei der Qualität.

Mit der so genannten Fast-track-Anästhesie, dem Verzicht auf unnötige präoperative Befunderhebungen, effizientem Operations-Management sowie einer Optimierung des Verbrauchs von Blutkonserven könnten die Kosten im stationären Bereich um mindesten 30 Prozent gesenkt werden. Das gab die Gesellschaft vergangene Woche bei einer Pressekonferenz in Wien bekannt.„Dabei müssen wir betonen, dass diese Einsparungen ohne Qualitätsverlust bei der Behandlung möglich sind“, sagte Prof. Dr. Claus-Georg Krenn, Anästhesist am AKH in Wien und ÖGARI- Generalsekretär. Krenn erwartet sich nun, nach Bekanntwerden der Einsparungspotenziale, Druck vom Gesundheitsministerium auf die Spitalsbetreiber und auch eine Umverteilung der eingesparten Gelder.„Derzeit ist es noch so: Wenn Geld gespart wird, bringt das dem Spital oder der Abteilung nichts. Dann ist halt das Budget für das nächste Jahr um genau den eingesparten Betrag kleiner“, erläuterte ÖGARI-Präsident Prof. Dr. Hans Gombotz vom AKH in Linz. Er hat in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium den tatsächlichen Verbrauch von Blutkonserven in österreichischen Krankenanstalten bei 3.600 Patienten erhoben und festgestellt, „dass es große Differenzen beim Bedarf und bei den Indikationen von Blutkomponenten“ gibt: „Durch gezielte Maßnahmen könnte aber der Verbrauch besser kontrolliert werden, dies ist auch im Sinne der Patienten.“ Der genaue Bericht wird erst im Herbst präsentiert, man könne aber bereits jetzt sagen, dass das Einsparungspotenzial zwischen 20 und 50 Prozent liege, so Gombatz. Weiters könnte die ver-mehrte Einrichtung von Anästhesie-Ambulanzen oder ein zentral organisiertes OP-Management, wie es das SMZ Ost-Donauspital in Wien vorexerziere, zu Kostensenkungen führen. Krenn: „Was das OP-Management betrifft, hinkt Österreich international weit hinterher.“

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