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Gesundheitspolitik 24. November 2005

Gesundheitsmanager mit Zertifikat

Das Institut für Vorsorge- und Sozialmedizin will auch im Fitness-, Wellness- und Vorsorgebereich Qualität gewahrt wissen. Mit dem Curriculum „Vorsorge- und Gesundheitsmanagement“ kann das Rüstzeug dafür erworben werden.

Wer aktuelle Kurskalender aufschlägt, findet auf Anhieb mindestens fünf verschiedene Ausbildungsangebote rund um die Themenfelder Gesundheitsmanagement und Vorsorge. Der Kreativität bei der Namensfindung sind keine Grenzen gesetzt: Vom Wellnesscoach bis zum „geprüften Healthmanager“ – einschlägige berufliche Vorerfahrungen oder gar eine medizinische oder sonstige Ausbildung sind nicht nötig. Höchstens eine gut gepolsterte Brieftasche.

Boom von Gesundheitszentren

„In ganz Österreich hängen Fitnessstudios oder auch Solarien Schilder mit der Aufschrift ‚Gesundheitszentrum’ auf“, berichtet der Linzer Allgemeinmediziner Dr. Wolfgang Marks. Hinter dieser Fassade gibt es höchst unterschiedliche Angebote, die sich oft durch fehlenden qualitativen Hintergrund und gesalzene Preise auszeichnen. „Trotzdem haben viele dieser Zentren einen guten Zulauf“, bedauert Marks, auch wenn die Betreuung keine Auswirkungen auf die Gesundheit habe oder sich Symptome sogar verschlimmern. Auch Firmen würden zunehmend nach Absolventen der diversen „Gesundheitsakademien“ fragen. „Hier geht es um das durchaus lukrative Feld der Betriebsmedizin“, so Marks.

Engagement von Ärzten gefragt

Deshalb sei es höchste Zeit, dass Ärzte einen Kontrapunkt setzen oder sich zumindest in diverse Ausbildungsangebote einklinken. Das bei der oberösterreichischen Ärztekammer angesiedelte Institut für Vorsorge- und Sozialmedizin (IVS), dessen Obmann Marks ist, hat ein Curriculum unter dem Titel „Vorsorge- und Gesundheitsmanagement“ erarbeitet. Dieses umfasst sechs je eintägige Module, die vertiefende Informationen zu Themen wie Herz-Kreislauf-System und Ernährung, Wirbelsäule und Bewegungsapparat, Gendermedizin, Reisemedizin sowie juristische Grundlagen vermitteln. In Ergänzung dazu gibt es ein umfassendes Kompendium des IVS, an dem auch Marks mitgearbeitet hat: „Dieses Kompendium wird in den nächsten Wochen sowohl den Teilnehmern des Curriculums als auch allen oberösterreichischen Ärzten kostenlos zur Verfügung gestellt, kann aber auch von Ärzten aus anderen Bundesländern bestellt werden.“

Erstes Curriculum seit Jänner

Das Curriculum kann mit Hilfe von Fundraising-Aktivitäten um 500 Euro angeboten werden. Gestartet wurde im Jänner 2005 mit knapp 40 ÄrztInnen, großteils Allgemeinmediziner. „Wir haben viele Anfragen, das Curriculum soll künftig mindestens zweimal im Jahr angeboten werden“, blickt Marks voraus. Nach Abschluss der Fortbildung erhalten die Teilnehmer ein schildfähiges Zertifikat „Ärztlich zertifizierter Gesundheitsmanager“. Diese Ärzte würden dann im Rahmen der Ordination oder in diversen Institutionen Gesundheitszentren leiten können, „die ihren Namen tatsächlich verdient haben, weil die Qualität entsprechend abgesichert ist“, so Marks. Das Curriculum vermittelt auch Kenntnisse zum Aufbau multidisziplinärer Teams und zur Erarbeitung von Angeboten solcher Zentren. Diese können sich beispielsweise aus Gesundheitschecks, Informations- und Kursangeboten rund um die Bereiche Ernährung, Bewegung, Stressmanagement usw. sowie umfassender Lebensstilberatung zusammensetzen. Absolventen können sich aus der Sicht von Marks aber auch Firmen als Experten anbieten, die auf ein solches Team zurückgreifen können. Eine eigens zusammengestellte CD-Rom beinhaltet zahlreiche Fachvorträge zu aktuellen Gesundheits- und Vorsorgethemen in Form von Power-Point-Präsentationen. „Diese CD kann natürlich auch bei Vorträgen eingesetzt werden“, so Marks, „etwa bei Aktionen mit den Gesunden Gemeinden“. Das IVS wird neben dem Curriculum auch Module anbieten, die von den Absolventen als vertiefende Angebote genutzt werden können.

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