zur Navigation zum Inhalt
Dr. Sigrid Pilz saß zwischen 2001 und 2012 für die Grünen im Wiener Landtag. Wilke
 
Gesundheitspolitik 19. Juni 2017

Pilz erneut bestellt – und angriffig

Patientenanwältin. Die Erziehungswissenschaftlerin und ehemalige Grün-Politikern Sigrid Pilz ist seit 2012 in dieser Funktion. Mit Boulevardblättern und mit der Ärztekammer hat sie ihre liebe Not.

Sigrid Pilz ist am Dienstag von der Wiener Landesregierung als Patientenanwältin wiederbestellt worden. Das gab die Magistratsdirektion in einer Aussendung bekannt. Die Erziehungswissenschaftlerin, Psychologin und ehemalige Grün-Politikerin wird die Funktion damit ab 1. Juli erneut für die Dauer von fünf Jahren übernehmen. Pilz war 2012 als erste Frau zur Patientenanwältin bestellt worden. Sieben Personen – fünf Frauen und zwei Männer – hatten sich für den Posten beworben. Nach Prüfung der eingereichten Unterlagen haben sich laut Aussendung fünf Kandidaten für das weitere Auswahlverfahren mit einer externen Personalmanagement-Firma qualifiziert.

Danach seien mit allen Kandidaten Interviews geführt worden, aus denen zwei Finalisten für das Hearing hervorgegangen seien.

Über ihr Amtsverständnis äußerte sich Pilz kürzlich im Kurier: „Es stimmt, dass ich nicht mit allen Themen ständig in den Boulevardmedien bin. Anstatt Ängste zu schüren, versuche ich, die anfallenden Probleme mit den zuständigen Playern zu lösen. Gerade mir vorzuwerfen, ich würde zum Beispiel den Mangel an Kassen-Hebammen nicht thematisieren, ist schlichtweg falsch. Ich habe mich um dieses Problem schon bemüht, als das Thema noch nicht einmal bei der FPÖ angekommen ist. Auch mit den Engpässen bei der Strahlentherapie beschäftigen sich die Patientenanwälte seit Jahren.“ Das Verhältnis zum nächsten Präsidenten der ÖÄK hat Schaden genommen: „Ich finde es schon bemerkenswert, wenn Wiens Kammerpräsident Thomas Szekeres mich als sogenannte Patientenanwältin tituliert. So untergriffig zu sein, würde mir nie einfallen. Ich arbeite auf landesgesetzlichen Grundlagen. Die Ärztekammer hat eine gewaltige PR-Maschine, die sich gegen aus Patientensicht sinnvolle Dinge wie ELGA, Mystery Shopping oder Primärversorgung richtet. [...] Vielleicht tun sich die Herren Funktionäre auch mit einer Frau nicht so leicht.“

Sigrid Pilz studierte in Innsbruck Erziehungswissenschaften und Psychologie. Vor ihrer Bestellung war sie Grün-Politikerin.

Ich finde es schon bemerkenswert, wenn Wiens Kammerpräsident Szekeres mich als sogenannte Patientenanwältin tituliert. So untergriffig zu sein, würde mir nie einfallen.

 

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben