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Gesundheitspolitik 23. November 2005

Gesunde Information von Ärzten

Im Rahmen des „Familienforum Mölltal“ in Kärnten engagiert sich die Chirurgin Dr. Ilse Triebnig in der Gesundheitsförderung. Diese Motivationsarbeit zielt vor allem auf ein höheres Bewusstsein für Prävention.

„Aus meiner Erfahrung gibt es gerade bei der Generation 50 plus teils große Informationsdefizite, obwohl immer wieder zu hören ist, die Menschen würden heute über Gesundheit wesentlich mehr wissen als früher“, berichtet Triebnig. Die Fachärztin für Chirurgie betreibt nach langjähriger Tätigkeit im Spital nun eine Praxis mit Schwerpunkt Onkologie in Villach. „Viele Patienten wissen nicht“, so Triebnig, „dass beispielsweise Schlafmittel und blutverdünnende Arzneien Osteoporose fördern, wenn nicht der Lebensstil, vor allem hinsichtlich Ernährung und Bewegung, verändert wird.“ Nötig wäre etwa eine stärkere Kalziumzufuhr durch mehr Milchkonsum oder Bewegung an der Sonne, um die Produktion von Vitamin D zu fördern. Weithin unbekannt sei auch, dass mehr Frauen an den Folgen von Osteoporose als an Brustkrebs sterben. Ebenso wüssten Diabetiker zu wenig über ihr diesbezügliches Risiko.

Dreijahres-Projekt „Geh ma“

„Mir ist der Hinweis auf Osteo-poroseturnen wichtig, das durch Physiotherapeuten begleitet wird und auch über das Thema Sturzprophylaxe informiert“, nennt Triebnig ein Beispiel für Patienteninformation. Sie gestaltet auch Vorträge und Veranstaltungen im Rahmen des „Familienforum Mölltal“ in Kärnten und dem dreijährigen Projekt „Geh ma“. Dabei geht es seit 2004 „um die Verlängerung der aktiv und selbständig verbrachten Lebenszeit zu Hause durch Gesundheitsförderung“, erklärt Elisabeth Huber, Geschäftsführerin des Familienforums. Die mit dem Projekt angestrebte Vernetzung aller zwölf Gemeinden im Mölltal fokussiert unter anderem auf Informationen über Angebote im Gesundheits- und Sozialbereich für die Generation 50 plus. Forciert werden auch gemeinschaftsfördernde Aktivitäten und Besuchsdienste, um die Lebensqualität im Alter zu steigern. Dazu kommen Veranstaltungen, bei denen verschiedene Anbieter aus dem Gesundheits- und Sozialbereich vertreten sind. Dabei werden älteren Menschen nützliche Informationen angeboten, etwa zu Hilfsmitteln aus den Bereichen Orthopädie oder Rehabilitation, zu verschiedenen Therapien, sportlichen, aber auch kulturellen Angeboten. Das Familienforum setzt neben dem Projekt „Geh ma“ auch auf generationsübergreifende Theaterprojekte in Altenheimen. Unter dem Motto „Mitten im Leben“ werden Trainingsgruppen, etwa zu Gedächtnis, Bewegung, Tanz usw., initiiert. Weitergeführt wird mit den aktuellen Projektaktivitäten außerdem eine Initiative des Familienforums, bei dem von 2001 bis 2004 pflegende Angehörige und ihre spezielle Situation im Mittelpunkt standen. Triebnig ist vom Stellenwert der niedergelassenen Ärzte bei der Informationsvermittlung an ältere Menschen überzeugt. Die Zusammenarbeit mit Initiativen wie dem Familienforum biete Ärzten die Möglichkeit, Menschen im Alltag anzusprechen und nicht erst, wenn sie mit Beschwerden in die Ordination kommen.

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