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Gesundheitspolitik 23. November 2005

Präsident Pjeta übergibt das Amt

Mit 1. Jänner wird die Ärztekammer Oberösterreich einen neuen Präsidenten haben. Dr. Otto Pjeta, der 17 Jahre lang die Geschicke der Ärzte ob der Enns mitbestimmt hat, tritt zurück.

„Das hat in Oberösterreich Tradition, dass wir auf eine geordnete Übergabe des Amtes achten“, erklärt Pjeta. „Wenn Sie da irgendwelche Gerüchte über andere Gründe hören, sind die ganz sicher falsch.“ Früher oder später hätte sich die Frage auf jeden Fall gestellt. „Ich will selbst meinen beruflichen Weg bestimmen“, erklärt Pjeta. Also nicht warten, bis er durch äußere Umstände zum Rücktritt gezwungen sei, sondern gehen, während er in aller Ruhe das Amt übergeben kann.

Designierter Nachfolger

Als seinen Nachfolger hat die Fraktion von Pjeta, die Vereinigung Österreichischer Ärztinnen und Ärzte, Dr. Peter Niedermoser, Pathologe und Allgemeinmediziner in Linz, nominiert. Zu Redaktionsschluss war noch kein Gegenkan-didat aufgestellt worden. Ob bis zur Wahl am 22. Dezember noch einer genannt werden wird, ist fraglich. Pjeta selbst will seinen beruflichen Schwerpunkt in seine Praxis als niedergelassener Allgemeinmediziner verlegen. Gut möglich ist aber, dass er auch in seinen Spezialbereichen „Qualitätssicherung“ und „Medikamente“ weiterhin standespolitisch aktiv sein wird. Derzeit ist Pjeta in der „Ökomed“ im Bereich Qualitätssicherung tätig, aber auch Medikamentenreferent der Österreichischen Ärztekammer. Von 1999 bis 2003 war Pjeta Präsident der Österreichischen Ärztekammer und in dieser Funktion immer wieder scharfer Kritiker mancher gesundheitspolitischer Vorgänge sowie Befürworter von Reformen. Beim Kammertag im Dezember 2002 warnte er etwa anlässlich der Sparpläne der Re-gierung vor „einer Schafschur im Gesundheitswesen“ und kritisierte mehrfach die mangelnde Reformfreude der Krankenkassen. Er warb für die Einführung eines Schulgegenstands „Bewegung und Ernährung“ und anderer Maßnahmen im Sinne der Prävention. Die Idee der Patentierung von menschlichen Stammzellen und Genomen nannte er „eine schmerzliche Kapitulation vor vordergründigen Interessen der Wirtschaft“ und sprach sich im Zuge der Euthanasie-Diskussion im Jahr 2000 deutlich gegen die damals in den Niederlanden geschaffene Regelung aus.

Livia Rohrmoser, Ärzte Woche 47/2005

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