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Gesundheitspolitik 14. November 2005

Die schwere Geburt der neuen VU

Als alles andere als leicht entpuppt sich die Geburt der neuen Vorsorgeunter-suchung. Am 1. Oktober soll sie in ganz Österreich starten. Doch viele Fragen sind noch ungeklärt.

Eines Tages im Gesundheitsministerium …

Bei der Umsetzung der VU neu ist wieder einmal das Improvisationstalent der niedergelassenen Ärzte gefragt, um die trotz mehrfacher Verschiebungen unzureichende Vorbereitung zu kompensieren. In der Vorwoche wurde zwar bei einem gemeinsamen Pressegespräch der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger (HV) und des Gesundheitsministeriums der österreichweite Start der VU-Neu mit 1. Oktober angekündigt – doch in manchen Bundesländern sind die Verträge noch nicht einmal unterschrieben. In Kärnten stehe bereits fest, dass die VU erst am 1. Jänner starten werde, erfuhr die ÄRZTE WOCHE auf Nachfrage beim Kammeramtsdirektor.
In Wien will man zwar mit Oktober beginnen, muss allerdings davor noch einige Details klären. „Die elektronische Bearbeitung und Übermittlung der Befunddaten an die Sozialversicherung funktioniert noch nicht“, sagt Kammerjurist Dr. Thomas Holzgruber. Bis es soweit sei, müssten die Ärzte das beidseitig bedruckte Formular händisch oder mit der Schreibmaschine ausfüllen, für sich und die Patienten kopieren und per Post versenden.
Nur jene Ärzte, die schon über einen e-card-Anschluss verfügen und bei denen die EDV-Firmen bereits die VU-Formulare integriert haben, können die Befundblätter elektronisch ausfüllen, speichern, ausdrucken und weiterleiten. Ganz generell scheinen bezüglich der Datenspeicherung noch einige, vor allem datenschutzrechtliche Fragen zu klären. Ebenfalls ausständig war bis zuletzt ein bundesweiter Vertrag für die Vorsorge-Kolonoskopie sowie die Überweisung der versprochenen Bundesmittel für das neue Programm. Beim letztjährigen Finanzausgleich waren der Sozialversicherung dafür zusätzlich 30 Millionen aus den Zuwächsen bei der Tabaksteuer zugesagt worden. Da diese unter den Erwartungen geblieben sind, windet sich nun der Finanzminister, sein Versprechen einzulösen. „Mit den Zigarettenschmugglern hat man gleich die Schuldigen für ein eventuelles Scheitern der VU gefunden“, meint Dr. Günther Wawrowsky, der neue Präsident des Berufsverbandes der Österreichischen Internisten, im Interview mit der ÄRZTE WOCHE.

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