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Dr. Eva Raunig Praktische Ärztin, Wien
 
Gesundheitspolitik 13. März 2017

Raunig: „Es hat Tradition, dass Frauen in Führungspositionen nicht ernsthaft erwünscht sind“

3 Fragen, 3 Antworten

Wien hatte mit Eva Raunig eine 3. Vizepräsidentin, bis diese Funktion mitten in der Funktionsperiode aus der Satzung gestrichen wurde. Aus Sicht der Kammerrätin war das rechtswidrig.

Warum ist es derart schwierig, sich in der männerdominierten Standesvertretung als Frau zu behaupten?

Raunig:Es hat Tradition, dass in der Medizin und daher auch in den Ärztekammern Frauen nicht in Führungspositionen ernsthaft erwünscht sind. Die männlichen Kollegen haben die Arbeitsbedingungen immer so angepasst, dass es für Ärztinnen schwer ist, in Führungspositionen zu gelangen, obwohl es deutlich mehr Ärztinnen als männliche Kollegen gibt.

Wie kam es zu Ihrer Wahl und Abberufung als Vizepräsidentin in Wien?

Raunig: Meiner Meinung nach hat man mich primär in die Funktion als Vizepräsidentin gewählt, weil man dachte, ich wäre dermaßen glücklich über diese Ehre, dass ich mich der Meinung meiner männlichen Kollegen immer bedingungslos anschließen würde. Da ich aber die meiner Meinung nach nicht zielführende Gesundheitsreform samt ELGA und PHC, die stillschweigend von den Ärztekammern hingenommen wurde, kritisiert habe, hat man versucht, mich mundtot zu machen, indem man die im Ärztegesetz vorgesehene Position der 3. Vizepräsidentin im Juni 2015 aus der Satzung gestrichen hat. Man hätte keine Handhabe gehabt, mich demokratisch abzuwählen. Die meiner Meinung nach rechtswidrige Abberufung beschäftigt seither die Gerichte. Ein Urteil des Verwaltungsgerichtes Wien wird wohl erst irgendwann nach den Kammerwahlen, also nach Ende dieser Funktionsperiode, ergehen.

Welches Ziel verfolgen Sie bei der diesjährigen Wahl?

Raunig:Meine Chancen für die Wahl mit meiner „Liste Raunig – Liste für Hausärzte“ in die Wiener Ärztekammer sehe ich gut, weil meine Kolleginnen und Kollegen es schätzen, dass ich mich wirklich für sie einsetze. Ich werde dies natürlich weiterhin für die Förderung der Hausarztpraxen und gegen PHC´s tun – ohne Wenn und Aber. Es muss wieder möglich sein, dass eine Ärztin mit einer kleineren Hausarztpraxis, die Patienten wohnortnah versorgt, das Auslangen findet.

 

 

 

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