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Gesundheitspolitik 13. Jänner 2017

Ärztekammer kritisiert Spardoktrin

Die Ärztekammer macht die Sozialversicherungen für die wegen der Grippewelle aufgetretenen Engpässe im Gesundheitswesen verantwortlich. Präsident Dr. Artur Wechselberger sieht in der Versorgungsmisere mit langen Wartezeiten bei den Ärzten, überlasteten Ambulanzen und Gangbetten in Spitälern eine Folge der Spardoktrin der Sozialversicherung.

Als Beispiel führte Wechselberger die Wiener Gebietskrankenkasse an, die sich weigere, Kassenärzten, die in Sonderschichten Patienten behandeln, den damit verbundenen Mehraufwand zu honorieren. Damit setze sich der größte soziale Krankenversicherungsträger über ein Grundprinzip hinweg, das für alle Normalsterblichen gelte, dass mehr Leistung mehr koste. Der Zuschlag sei essenziell, schließlich gebührten den Ordinationsangestellten Zuschläge für Mehrarbeit.

„Es reicht einfach nicht, medienwirksam nach längeren Öffnungszeiten und Versorgung am Wochenende zu rufen, ohne die Mittel für diese Mehrleistungen im niedergelassenen Bereich bereitzustellen“, sagte Wechselberger. Es müsse jedem klar sein, dass eine Ausweitung des Praxisbetriebes auch Mehrkosten für den Praxisinhaber bedeute. Wien sei aber nur ein Beispiel. Wechselberger hält es für eine Linie des Hauptverbandes, „Mehrleistungen von Vertragspartnern zu bestrafen – sei es durch Leistungsbegrenzungen, degressive Honorarregelungen oder durch die Verweigerung von Honorarzuschlägen für Mehrarbeit“. Sonderleistungen würden selbstverständlich honoriert, reagierte die Gebietskrankenkasse per Aussendung.

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