zur Navigation zum Inhalt
 
Gesundheitspolitik 24. August 2005

Kleiner Fortschritt für e-card-Rollout in Wien

Die Ärztekammer für Wien hat mit allen drei Telekomprovidern (Telekom Austria, UTA und Inode) einen Rahmenvertrag abgeschlossenen.

Grundsätzlich bleibt die Forderung der Wiener Standesvertretung aufrecht: Eine Zustimmung zum Einsatz der e-card in Wien wird es erst dann geben, wenn ein eigener technischer Sachverständiger das System auf allen Ebenen geprüft hat und ein positiver Bericht darüber vorliegt, wie die ÄRZTE WOCHE in der Ausgabe vom 5. Mai (siehe Beitrag unten) berichtet hat.

In der Zwischenzeit ist es aber zu einer Annäherung mit den Telekomprovidern gekommen, ein Rahmenvertrag wurde abgeschlossen. „Die darin enthaltenen Regelungen betreffen alle bisher abgeschlossenen und zukünftig abgeschlossenen Verträge“, so die Kammer in einem Schreiben an die Mitglieder. Die Übereinkunft beinhaltet einige wesentliche Punkte. Statt einer dreijährigen Bindung gibt es jetzt nur mehr eine Bindung auf 18 Monate, wie dies in der Telekombranche üblich ist. Bei Beendigung aller Einzelverträge oder aller Gesamtverträge kann auch innerhalb dieser 18 Monate eine Kündigung erfolgen. Und dies ohne die in der Telekombranche üblichen Abschlagszahlungen. Weiters gibt es keine Indexierung des Basispaktes. Der ungefähre Betrag von 40 Euro darf nicht erhöht werden. Ursprünglich war jährlich der VPI als Erhöhungsfaktor vorgesehen. „Wir haben erreicht, dass mehrfache Besuche in den Ordinationen aufgrund von technischen Problemen bei der Installierung zu Lasten der Telekomprovider gehen“, informiert die Kammer ihre Mitglieder. „Sie können also sicher sein, dass Sie vor unüblichen Vertragsklauseln in diesem Bereich geschützt sind. Ab sofort spricht also nichts mehr dagegen, dass Sie einen der drei Telekomprovider aussuchen und mit diesem, sofern Sie dies jetzt schon wollen oder ihr Bezirk laut Roll-out-Plan bald an die Reihe kommt, einen Vertrag abschließen.“

 

e-card: Einspruch gegen verfrühte Jubelmeldungen

Wiener Ärztekammer empfiehlt, keine Verträge mit Providern abzuschließen

Der Roll-out-Stopp ist zwar offiziell aufgehoben, Vertragsabschlüsse sollten aber immer noch nicht durchgeführt werden.

Laut einer Pressemitteilung des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger wurde am 21. April gemeinsam mit Vertretern der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) erfolgreich die Abnahme des e-card-Systems durchgeführt. Der für das Projekt zuständige Stellvertretende Generaldirektor im Hauptverband, Volker Schörghofer, erklärte, dass die von der Ärztekammer geforderte technische Abnahme des Systems zur Zufriedenheit aller Beteiligten abgeschlossen wurde. Konkret ging es bei dieser Abnahme um die Erfüllung einer vertraglichen Vereinbarung zwischen Hauptverband und ÖÄK, welche die Praxistauglichkeit und Schnelligkeit in der Abwicklung des e-card-Systems belegt. Die Vertreter des Hauptverbandes gehen nun davon aus, dass die Implementierung des Systems in ganz Österreich wie geplant anlaufen kann. Für den Präsidenten der Wiener Ärztekammer, MR Dr. Walter Dorner, kommen die Jubelmeldungen jedoch zu früh. Bei der technischen Überprüfung handelt es sich um die Musterordination im „Labor“ des Hauptverbands, die geforderte Überprüfung des Probebetriebs im Burgenland wurde in Wahrheit noch nicht einmal begonnen. Wirklich funktionstüchtig sei bisher nur die Musterordination in den eigenen Räumen des Hauptverbandes, dies als technische Überprüfung des Probebetriebs im Burgenland zu bezeichnen, sei etwas voreilig. In Gesprächen zwischen Ärztekammer und Hauptverband wurde jedoch vereinbart, dass die technische Abnahme des Probebetriebs sowohl im „sterilen Laborversuch“ in den Räumlichkeiten der Sozialversicherung als auch in den Probeordinationen im Burgenland im Echtversuch erfolgen müsse, um den Roll-out in Wien zu starten.

Noch Probleme im Burgenland

Rückmeldungen aus burgenländischen Ordinationen hätten ergeben, dass es noch immer eine Reihe von Problemen gibt, die erst gelöst werden müssen, sagt Dorner. Daher bleibe die Forderung der Wiener Ärztekammer, die technische Überprüfung vor Ort im Burgenland abzuwarten, bis auf weiteres aufrecht. Anrufe von verunsicherten Wiener Ärzten bei der ÄRZTE WOCHE haben ergeben, dass der Hauptverband bereits die Ärzteschaft zum Vertragsabschluss mit den möglichen Providern auffordert. Obwohl die Bundeskurie der Niedergelassenen Ärzte am 27. April den Roll-out-Stopp offiziell aufgehoben hat, bleibt die Wiener Ärztekammer bis auf weiteres bei ihrem Appell, in Wien vorerst keine Verträge mit den Providerfirmen abzuschließen. Realistisch gesehen kann im Falle einer positiven Bewertung des Probebetriebs frühestens Ende Mai mit Ergebnissen gerechnet werden.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben