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Gesundheitspolitik 12. Dezember 2016

Adipositas: Politik soll gegensteuern

Gesundheitsrisiko. Übergewicht und Adipositas breiten sich in den Industrieländern weiter aus. Das beginnt schon im Kindes- und Jugendalter. Die langfristigen Folgen für die Gesundheit sind bekannt.

Ob politisch verordnete Maßnahmen die gewünschte Wirkung bringen können, ist umstritten. In Deutschland fordert eine Ärzteorganisation in Nordrhein-Westfalen nun unter anderem eine Zuckersteuer. „Dass Politik und Gesellschaft dem Problem der Fettleibigkeit weiterhin nicht mit der gebotenen Konsequenz begegnen, obwohl vielfaches Leid entsteht und das Gesundheitssystem alljährlich mit Milliardenkosten belastet wird, ist nur als Ausdruck fehlenden Handlungswillens zu interpretieren“, stellte Dr. Jürgen Klinghammer von der Ärztlichen Genossenschaft GenoGyn fest, die im Kampf gegen Übergewicht erneut konkrete Maßnahmen von der Politik fordert. Sowohl die Deutsche Diabetes Gesellschaft, die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als auch der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte haben sich bereits für die Einführung einer Zuckersteuer auf stark zuckerhaltige Getränke ausgesprochen.

Das Risiko ist groß

Zu viel, zu fett, zu süß und zu salzig essen viele Menschen und bewegen sich zu wenig. Auch zu wenig und unregelmäßiger Schlaf sind mit Gewichtszunahme verbunden. Die Folgen sind dramatisch: Das Risiko für orthopädische Erkrankungen, Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, wie Bluthochdruck, und des Stoffwechsels, wie Diabetes mellitus, sowie für zahlreiche Krebsarten und auch für psychische Erkrankungen ist deutlich erhöht. Auch fördert Übergewicht bei Männern und Frauen die Unfruchtbarkeit; die Gefahr von Frühgeburten und Fehlbildungen steigt ebenfalls.

Frankreich, Finnland, Belgien, Ungarn, China und Mexiko erheben bereits eine Zuckersteuer, Großbritannien will 2018 folgen. Das deutsche Agrarministerium lehnt sie ab, in Österreich setzt man eher auf Bewusstseinsbildung, wobei man sich zu einer Lebensmittelkennzeichnung mit einem einfachen Ampelsystem, ähnlich wie in Deutschland, noch nicht durchringen konnte. Das WHO-Regionalbüro Europa forderte kürzlich, digitale Werbung für Lebensmittel mit hohem Fett-, Salz- und Zuckergehalt, die vor allem auf Kinder zielt, wirksam zu regulieren.

Quelle: Presseaussendung GenoGyn

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