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Gesundheitspolitik 24. August 2005

Gesundheitsministerin lässt Chefärzte prüfen

Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat hat den Rechnungshof „ersucht“, die Chefärzte der Krankenkassen unter die Lupe zu nehmen.

Die Aufregung über den neuen Erstattungskodex habe sich in den Ordinationen weitgehend gelegt, meint Rauch-Kallat. Nun will sie das Chefarztsystem in den Sozialversicherungen neu organisieren. „Ich möchte sicher gehen, dass das Kundenservice an erster Stelle steht“, sagte die Ministerin. Die Prüfer des Rechnungshofes sollen das Aufgabenspektrum der kontrollärztlichen Dienste hinterfragen und analysieren, welche Aufgaben durch die Reform der Chefarztpflicht obsolet geworden und welche dazugekommen sind.

Ergebnisse in drei Monaten

Dabei gehe es nicht primär um die Anzahl der künftig benötigten Chefärzte, sondern darum, „ob alles, was bisher gemacht wurde, auch nach der Reform noch notwendig ist“, sagte Rauch-Kallat. Sie wünsche sich auch, dass die Chefärzte künftig mehr „ärztliche Sichtweisen“ in die Sozialversicherung trügen. Erste Ergebnisse des Rechnungshofberichtes erwartet sie in zwei bis drei Monaten. Danach wolle sie gemeinsam im „konstruktiven Dialog“ mit den Sozialversicherungen eine Neuorientierung der Chefärztlichen Dienste angehen. Insgesamt zeigte sich die Ministerin mit dem Arzneimittelsparpaket sehr zufrieden. Mit Kostensteigerungen bei den Medikamenten von 2,3 Prozent sei im Jahr 2004 das Ziel von drei bis vier Prozent sogar „übererreicht“ worden. Im ersten Quartal 2005 gab es gar ein Minus von einem Prozent, bei dem es aber nicht bleiben werde, so die Ministerin. Sie erwarte für 2005 eine Gesamtsteigerung der Arzneimittelkosten zwischen zwei und drei Prozent. Das Boxensystem sieht sie „im Großen und Ganzen als neu geordnet“ an. Sie wünsche sich aber, dass „die No-Box vom Hauptverband und der Heilmittelevaluierungskommission rasch neu organisiert wird und endlich eine benutzerfreundliche und EDV-taugliche Variante des Erstattungskodex auf dem Tisch liegt“, sagte Rauch-Kallat. Sie habe auch schon die Anweisung an den Hauptverband gegeben, für chronisch Kranke wieder Groß- bzw. Bündelpackungen verschreibbar zu machen.

Mag. Andrea Fried, Ärzte Woche 17/2005

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