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© supershabashnyi / Getty Images / iStock
 
Gesundheitspolitik 12. Dezember 2016

Gesetzliche Regeln für IT-Sicherheit

Im Bereich der IT-Sicherheit ist Deutschland schon einen Schritt weiter.

Während man sich in Österreich bisher noch nicht zu einer gesetzlichen Regelung durchgerungen hat, die Firmen und Organisationen in die Pflicht nimmt, nimmt der deutsche Gesetzgeber Kliniken bald in die Cyber-Abwehrpflicht. Der Schutz von Medizinprodukten obliegt allerdings weiterhin den Anbietern.

Zahllose Angriffsmöglichkeiten

Ein großer US-amerikanischer Medizintechnikanbieter warnte kürzlich seine Kunden in den USA und Kanada, dass eine seiner Insulinpumpen gehackt werden könnte. Es sei eine Sicherheitslücke entdeckt worden, der Chip in der Pumpe könne demnach – auch wenn dies als unwahrscheinlich einzuschätzen sei – von Dritten manipuliert werden, teilte das Unternehmen mit. Die Gesundheits-App des Diabetikers, die die Insulinpumpe steuert und gehackt und entsprechend manipuliert werden könnte, ist freilich nur ein Beispiel von vielen Möglichkeiten. Cyberkriminalität findet zahllose Angriffsmöglichkeiten nicht zuletzt, weil Hersteller und Unternehmen noch ziemlich sorglos mit der Technik und dem Schutz vor unbefugten Eingriffen umgehen.

Bis Frühjahr 2017 sollen Gesundheitsdienstleistungen, die zu den „Kritischen Infrastrukturen“ (KRITIS) zählen, besser geschützt werden. Je nach Versorgungsumfang und -relevanz werden an die Krankenhäuser unterschiedliche Maßstäbe in puncto IT-Sicherheit angelegt werden. Im Kern geht es bei dieser Verordnung des Deutschen Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) für Kliniken um Modalitäten wie die Einrichtung einer Meldestelle, die dem BSI Cyberangriffe anzeigt, oder auch um Audit-Vorgaben. Richtig greifen kann die „BSI-KritisV“ im Gesundheitswesen indes erst in knapp drei Jahren. In Österreich ist man von derartigen Meldesystemen noch einigermaßen weit entfernt.

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