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Gesundheitspolitik 24. August 2005

Neues Ärzte-Trio in der Wirtschaftskammer Wien

Mit 3 von 9 Mandaten zollten die Wahlberechtigten der neuen Interessengemeinschaft Ambulatorien (IGA) unerwartet hohen Zuspruch.

Im Fachverband der privaten Krankenanstalten und der Kurbetriebe in der Wiener Wirtschaftskammer wäre alles beim Alten geblieben, hätte nicht der Chirurg und Betreiber einer Krankenanstalt, Dr. Wilhelm-Hans Appel, eine neue Liste ins Spiel gebracht. Bei den Wahlen Mitte März wurden somit die Karten neu gemischt. Von insgesamt 175 Wahlberechtigten entschieden 95 gültige Stimmen über die Zusammensetzung der Fachgruppe für die nächsten fünf Jahre. Drei der neun möglichen Mandate gingen gleich beim ersten Antreten an den Newcomer IGA. Neben Appel sind der Pathologe Dr. Thomas Kessler und die Physikalistin Dr. Barbara Arbes-Sertl in die Kammer eingezogen. Die „alten“ Gruppierungen der unterschiedlichen Colours hätten gern so weiter gemacht wie bisher und sich – aufgrund weitreichender Einigkeit – sogar die Durchführung der Wahl erspart, berichtet Appel und kommentiert: „Das ist demokratiepolitisch gesehen kritikwürdig.“ Die Kandidatur der neuen Liste habe die Wahl in der Fachgruppe quasi erzwungen.

Überraschender Erfolg

Die etablierten Mandatare dürfte der Erfolg der Newcomer überrascht haben. Jedenfalls blieben Appels Bemühungen um eine persönliche Kontaktaufnahme auch vier Wochen nach der Wahl erfolglos. Was den Ärztekammer-Mandatar (Kammerinitiative 0,3%) hingegen besonders freut, sind die Glückwünsche „seines“ Präsidenten, MR Dr. Walter Dorner. Dies auch deshalb, weil die IGA ihre vorrangige Aufgabe im Brückenschlag zwischen den beiden Interessensvertretungen sieht.„Es ist höchst an der Zeit, das Wissen und die Kontakte beider Kammern zum Wohle der Mitglieder zu nutzen“, betont Appel. Sein Motto lautet: „Weg von Oppositionspolitik, hin zur Abstimmung von Gemeinsamkeiten.“ Konkurrenzierendes Vorgehen habe in Anbetracht der Diskussion über die Finanzierbarkeit des Gesundheitssystems keinen Platz mehr.„Es kann nicht sein“, so Appel, „dass die Ärztekammer Institutsgründungen über die Bedarfsprüfung beeinsprucht und umgekehrt. Wenn es darum geht, die Tätigkeit eines medizinischen Leistungsanbieters zu ermöglichen und zu unterstützen, sollten sich die beiden Kammern nicht im Weg stehen.“ Dabei sei unerheblich, ob es um eine Einzelpraxis, eine GmbH im Sinne des Krankenanstaltengesetzes, eine Gemeinschaftspraxis oder eine andere Unternehmensform gehe. Die Interessensvertretungen sollten den interessierten Ärzten das Leben nicht zusätzlich erschweren, „die gegenseitige Wadelbeißerei“ (Appel) sollte Geschichte sein. Dies gelte auch für die Diskussion darüber, „ob es Ärzte-Gmbhs nur geben kann, wenn sie der Wirtschaftskammer zugeordnet werden“. Im Mittelpunkt der Überlegungen beider Seiten sollte laut IGA die Frage stehen, „welche Umsetzungsform im heutigen System am tauglichsten ist, um die Leistungen effizient, kostengünstig und qualitativ hochwertig anbieten zu können“. In diesem Punkt wären viele Mitglieder des Fachverbandes mit der Politik der letzten Jahre unzufrieden, was auch im Wahlergebnis zum Ausdruck gekommen sei.

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