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Gesundheitspolitik 24. August 2005

Gefäß-Ultraschall sollte auch beim Hausarzt möglich sein

Die Voraussetzungen sind gegeben, deshalb kommt jetzt die Forderung auf den Tisch: Die Kasse soll Gefäß-Ultraschalluntersuchungen der Extremitäten auch bei Hausärzten bezahlen.

„Alles im Fluss“ lautet das Thema der Frühjahrstagung der Oberösterreichischen Gesellschaft für Allgemeinmedizin (OBGAM). „Gefäßerkrankungen, vor allem in Zusammenhang mit arteriellen Durchblutungsstörungen der Beine und der Halsschlagadern, sind sicher keine exotischen Ausnahme-erscheinungen, die sich auf eine kleine Patientengruppe beschränken“, betont Dr. Erwin Kepplinger, Arzt für Allgemeinmedizin in Leonding und einer der Hauptreferenten bei der OBGAM-Tagung. Bei der Vermeidung von Schlaganfall und Herzinfarkt stehen Lebensstilmodifikation im Zusammenhang mit falscher Ernährung und Bewegungsmangel im Vordergrund. In der Gruppe der Raucher und Diabetiker ist medizinisch besonders auf die Vermeidung von schweren Erkrankungen der Beine zu achten, die im Extremfall bis zur Amputation führen können.

Unnötig lange Wartezeiten

„Der Hausarzt kann in Bezug auf drohende massivere Symptome eigentlich nur den Blutdruck und einige Laborwerte bestimmen und den Fußpuls tasten“, bedauert Kepplinger. „Alle anderen Unter-suchungen werden beim Facharzt oder in Ambulanzen durchgeführt.“ Letztere würden allerdings immer stärker an die Grenzen ihrer Kapazitäten kommen. „Deshalb werden die Abstände zwischen den Gefäßuntersuchungen mittels Ultraschall, der bei der Diagnose eine zentrale Rolle spielt, immer länger“, bedauert der Allgemeinmediziner.Hausärzte mit entsprechender Ausstattung und Ausbildung, um Ultraschalluntersuchungen durchzuführen, gibt es laut Kepplinger genug. Manche würden diese ihren Patienten „quasi als Hobby“ anbieten, weil die Sozialversicherung dafür keinen Abrechnungsposten vorgesehen hat.

Vorteile liegen auf der Hand

Anlässlich der Frühjahrstagung der OBGAM wird deshalb die Finanzierung dieser Maßnahme bei Allgemeinmedizinern gefordert. Kepplinger: „Es handelt sich um eine einfach erlernbare und umsetzbare Methode mit vergleichbar geringem finanziellem und technischem Aufwand, aber positiven Effekten in mehrfacher Hinsicht.“ Eine Untersuchung beim Hausarztbesuch erspare Patienten zusätzliche Wege, was gerade im ländlichen Bereich oder für ältere Menschen wichtig sei. Weitere Vorteile seien die Möglichkeit, unmittelbar auf auffällige Symptome zu reagieren bzw. die kontinuierliche Kontrolle von Risikogruppen. Damit könnten in vielen Fällen unnötige Komplikationen vermieden werden, ist Kepplinger überzeugt. Diese seien nicht nur eine Belastung für den Patienten, sondern in ökonomischer Hinsicht auch eine für das Gesundheitssystem.

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