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Gesundheitspolitik 24. August 2005

Chefarztpflicht: Wahlfreiheit für Patienten in Wien

Die Kurie der niedergelassenen Ärzte der Ärztekammer für Wien hat vergangene Woche eine individuelle Lösung zur Chefarztpflicht beschlossen.

Nun soll in Wien der Patient die Wahlfreiheit besitzen, die Wartezeiten bei der Bewilligung per Fax oder Post zu umgehen und ab sofort die chefärztliche Bewilligung selbst wieder einzuholen. Dies kann entweder bei den Bezirksstellen oder direkt bei der WGKK-Zentrale am Wienerberg erfolgen. Weiters wurde eine Sanktionsfreiheit für alle Wiener Ärztinnen und Ärzte bis Ende September 2005 mit der Wiener Gebietskrankenkasse vereinbart.

Begründung der Ärztekammer

Vizepräsident und Kurienobmann Dr. Johannes Steinhart dazu: „Die Ministerin kann den Wienerinnen und Wienern nicht verbieten, selbst tätig zu werden und die chefärztliche Genehmigung rascher einzuholen, vor allem dann nicht, wenn die Patienten bis zu mehreren Tagen auf Bewilligungen warten müssen, die per Fax verschickt wurden. Dass diese Wartezeiten keine Einzelfälle sind, wissen wir seit den letzten Wochen zur Genüge.“ Den Patienten müsse die Möglichkeit eingeräumt werden, die verschriebenen Medikamente schneller zu erhalten. Die Wahlfreiheit des Patienten, sich die Bewilligung selbst zu besorgen, müsse gewährleistet bleiben. Will ein Patient die Bewilligung nicht selbst einholen, bleibe die Faxlösung weiterhin aufrecht. Steinhart: „Die Wiener Ärzteschaft kann es nicht zulassen, dass Patienten bis zu einer Woche auf die Bewilligung eines Rezepts warten. Deshalb praktizieren wir diese Lösung ab sofort in unseren Ordinationen.“ Seitens der Wiener GKK wurde zugesichert, dass bis Ende September 2005 keinerlei Sanktionen für die Wiener Ärzteschaft drohen. In der ebenfalls vergangene Woche abgehaltenen Sitzung der Bundeskurie niedergelassene Ärzte der Österreichischen Ärztekammer hat Steinhart empfohlen, die Wiener Lösung auch in den anderen Bundesländern Österreichs zu praktizieren.

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