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Gesundheitspolitik 29. November 2005

Länderübergreifende Ärztekooperation

Die Vertreter der Ärztekammern der Steiermark, von Kärnten sowie von Laibach, Triest und Görz werden künftig in den Bereichen Bildungsarbeit, aber auch Standespolitik kooperieren.

Ausgangspunkt dieser regionalen Form der Kooperation „sind die internationalen Kontakte, die die Österreichische Ärztekammer seit langem pflegt. Die regionale Zusammenarbeit ist jedenfalls keine Konkurrenz, sondern eine Ergänzung dieser Bemühungen“, berichtet Dr. Othmar Haas, Präsident der Ärztekammer für Kärnten. Im Juni fand in Slowenien ein Treffen der Vertreter der Kammern für Steiermark, Kärnten, Laibach (Slowenien) sowie aus den Regionen Triest und Görz (Italien) statt. Dabei wurde auch geklärt, wer bei länderübergreifenden Fragen als Ansprechpartner zur Verfügung steht. Ausgangspunkt waren auch die Tatsachen, dass sich Ärzte im EU-Raum überall niederlassen dürfen und die Patienten mobiler werden. Auf der Klagenfurter Gesundheitsmesse wurde vergangene Woche ein umfassender Kooperationsvertrag von den Präsidenten der regionalen Kammern unterschrieben. Vorgesehen sind zumindest zwei Treffen im Jahr von Vertretern der beteiligten Ärztekammern. Neben dem Informationsaustausch über die Vorgansweise bei der wechselseitigen beruflichen Anerkennung der Ärzte sind gemeinsame überregionale Fort- und Weiterbildungsangebote geplant. Ein weiterer Schwerpunkt wird das Thema Qualitätssicherung sein, auch in Bezug auf die konkrete Gestaltung der Ärzteausbildung. Intensiver als bisher sollen dabei Erfahrungen mit den jeweiligen Gesundheitssystemen und den Auswirkungen auf die Rahmenbedingungen der Arbeit von Ärzten ausgetauscht werden. „Wir wollen aber darüber hinaus gemeinsam gesundheitspolitisch aktiv sein und damit sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene mehr erreichen. Dazu werden wir uns zudem öfter gemeinsam an die Öffentlichkeit wenden“, betont Haas.

Patienten profitieren

Auch Dr. Dietmar Bayer, Präsident der steirischen Ärztekammer, sieht weite Perspektiven: „Wir leben das vereinte Europa. Eine gemeinsame Vorgangsweise der Ärzte in Regionen wie dem Alpen-Adria-Raum ist auch eine wirksame Maßnahme gegen einen europäischen Zentralismus in der Gesundheitspolitik.“ Von der gemeinsamen Bildungs- und Informationsarbeit würden auch die Patienten profitieren, weil das Thema Qualität der medizinischen Versorgung im Mittelpunkt steht. Kooperation wird es zudem in Bezug auf die Vermittlung von Ärzten geben, denn in Slowenien herrscht Ärztemangel. Das Medizinstudium dort wurde verlängert und eine Art Turnusausbildung eingeführt. Die nächsten 15 Jahre wird es daher kaum „Nachwuchs“ geben. Die Kooperationspartner hoffen, dass sich auch Vertreter aus Ungarn und Kroatien dem Vertrag anschließen.

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