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Gesundheitspolitik 24. August 2005

Kassen refundieren Spezifische Immuntherapie

Der Hauptverband versichert verschreibenden Ärzten, dass die Spezifische Immuntherapie durch die einzelnen Chefärzte auch in Zukunft bewilligt wird.

Die vom Hauptverband der Sozialversicherungsträger am 15. Oktober veröffentlichte Liste mit Medikamenten, die ab dem 1. Jänner 2005 in der „Yellow Box“ angesiedelt werden, hat bei einigen Ärzten für Verwirrung und Unsicherheit gesorgt (Beitrag in der ÄRZTE WOCHE Nr. 37 vom 27.10., S. 26). Viele wichtige Medikamente, die zum Teil bei mehreren 10.000 Patienten eingesetzt werden, fanden in dieser Liste keine Berücksichtigung. Die Präparate zur Spezifischen Immuntherapie, die von vielen nie-dergelassenen Ärzten erfolgreich zur kausalen Allergietherapie eingesetzt werden, machen davon einen Löwenanteil aus. Mehr als 40.000 Patienten sind derzeit in Österreich in Behandlung. Auf diverse Anfragen von verunsicherten Ärzten kam vom Hauptverband jedoch eine Entwarnung: Die Präparate zur Spezifischen Immuntherapie wären nur aus rein formalen Gründen nicht in das neue Boxensystem aufgenommen worden. Dort wurden nur Fertigarzneimittel aufgenommen, die immer in gleicher Zusammensetzung vermarktet werden.

Im Gegensatz dazu sind Allergen-extrakte zur Spezifischen Immuntherapie Arzneimittel, die patientenbezogen individuell hergestellt werden und einem speziellen Zulassungsverfahren unterzogen sind. Ab dem 1. Jänner 2005 werden nach Auskunft des Hauptverbandes Präparate zur Spezifischen Immuntherapie weiterhin wie bisher durch die zuständigen Chefärzte der Sozialversicherungen bewilligt, nachdem vom Verschreiber eine eingehende Allergiediagnose durchgeführt wurde. „Die Hyposensibilisierung ist aus der modernen Allergietherapie nicht mehr wegzudenken“, meint Prof. Dr. Reinhart Jarisch, Vorsitzender des Komitees für klinische Allergologie der Österr. Gesellschaft für Allergie und Immunologie. „Viele Allergiker können aufgrund ihrer schweren Symptomatik nur unzureichend mit Anthistaminika behandelt werden. Die Hyposensibilisierung wird in solchen Fällen sehr erfolgreich angewandt und ist eine seit vielen Jahren weltweit eingesetzte Therapie, die von der WHO als kausale Therapie ausdrücklich empfohlen wird.“ Die Spezifische Immuntherapie ist auch aus ökonomischer Sicht sinnvoll: Inzwischen liegt auch aus dem deutschsprachigen Raum eine pharmaökonomische Studie vor, die darauf hinweist, dass diese Therapie dazu beiträgt, Kosten zu sparen.

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