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Gesundheitspolitik 24. August 2005

Spitalsaufenthalte sollen kürzer werden

Obwohl die Länge der Spitalsaufent-halte bereits in den letzten Jahren kontinuierlich abgenommen hat, strebt die Gesundheitsministerin nun eine weitere deutliche Reduzierung an.

Maria Rauch-Kallat will die derzeit insgesamt knapp 20 Millionen Belegstage in allen Krankenanstalten pro Jahr um weitere zwei Millionen senken. Die Zahl der stationär aufgenommenen Patienten ist in den letzten Jahren hingegen weiter gestiegen. Das bedeutet, dass die Österreicher zwar immer weniger lang im Spital liegen, dafür aber häufiger das Krankenhaus aufsuchen. 1990 hatte laut Zahlen des Gesundheitsministeriums ein Patient noch durchschnittlich 11,94 Tage im Spital verbracht. Diese durchschnittliche Belagsdauer ist seither kontinuierlich gesunken: auf 9,93 Tage im Jahr 1995, auf 7,62 Tage im Jahr 2000, zwei Jahre später waren es nur noch genau 7,0 Tage und im Vorjahr 6,84 Tage. Auch die Gesamtzahl der Belagstage im Spital ist in diesem Zeitraum gesunken. 1990 hatte es noch 23.537.419 so genannte Bettenbelagstage gegeben. 1995 waren es 21.691.428, im Jahr 2000 dann 20.381.047. Im Jahr 2002 wurde mit 19.921.496 erstmals die Grenze von 20 Millionen unterschritten, im Vorjahr waren es 19.782. Gesunken ist auch die Zahl der tatsächlich aufgestellten Betten. 1999 gab es in den Spitälern noch 70.999 Betten, im Vorjahr waren es nur noch 67.621. Dagegen steigt die Zahl der stationären Patienten immer weiter. Waren es 1990 „nur“ 1.980.940 Spitalspatienten, gab es 1995 eine Steigerung auf 2.190.810 und 2000 eine weitere Erhöhung auf 2.673.866. Für 2001 wurden bereits 2.737.923 Patienten im Krankenhaus registriert, 2002 ist diese Zahl auf 2.844.808 gestiegen und im Vorjahr auf 2.892.916.

Argumente für Reduzierung

Aufgrund des medizinischen Fort-schritts und der zur Verfügung stehenden neuen Organisationsformen hält es das Gesundheitsministerium für möglich, die Aufenthaltsdauer in den Spitälern weiter zu verkürzen und die Zahl der Krankenhausaufenthalte zu reduzieren. Die Aufenthaltsdauer schwankt auch unter den Bundesländern zwischen 6,47 und 5,35 Tagen. Bei der Zahl der Akutbetten liegt Österreich mit 6,2 pro 1.000 Einwoh-ner im europäischen Spitzenfeld; der europäische Durchschnitt liegt bei 4,6. Das Gesundheitsministerium strebt bereits im nächsten Jahr eine Reduzierung um rund 1.200 Akutbetten an. Bei Ausschöpfung des tagesklinischen Potenzials und bei Reduzierung unnötiger stationärer Aufnahmen könnten in den folgenden Jahren bis zu 10 Prozent an Akutbetten abgebaut werden.

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