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Gesundheitspolitik 24. August 2005

Grenzüberschreitende Spitals-Kooperation

Die Spitäler der nur durch den Inn getrennten Städte Braunau und Simbach, in deren Einzugsgebiet insgesamt 130.000 Menschen wohnen, starten eine Zusammenarbeit. Erste Details stehen bereits fest.

Das Interesse an einer Kooperation der beiden Krankenhäuser hat unter anderem damit zu tun, dass kürzlich eine vom Land Oberösterreich eingesetzte Expertenkommission Vorschläge zur Neuorganisation des Spitalswesens gemacht hat, die unter anderem die Streichung von mehr als 1.100 Betten vorsehen. Konkret geht es beim Kooperations-Projekt um das Krankenhaus St. Josef in Braunau und das Kreiskrankenhaus in Simbach, die ihre Pläne bei einer gemeinsamen Pressekonferenz vorgestellt haben.

Erste Stufe der angepeilten

Kooperation ist die Einmietung von Abteilungen des KH Braunau in Simbach während der Umbauphase. Weitere Schritte zu einer „echten“ Zusammenarbeit sollen in den kommenden Jahren folgen. Unter anderem denkt man daran, die Internen Abteilungen beider Häuser als eine Interne Abteilung mit zwei Standorten und mit unterschiedlichen Schwerpunkten zu führen. Weiters sollen die Psychosomatik in Simbach und die Psychiatrie in Braunau abgestimmt werden.

Gemeinsame Nutzung von Operationssälen

Zudem steht die Nutzung der bestens ausgestatteten OP-Säle im KH Simbach für eine gemeinsame „Tagesklinik“ bzw. „ambulantes Operieren“ am Programm. Patienten beider Länder könnten dann in Simbach in den Bereichen Chirurgie, Unfallchirurgie, Augen, Urologie, Hals-Nasen-Ohren, Gynäkologie und Orthopädie ambulant operiert werden. Die Radiologie und das Labor in Braunau sollten zentral für die Versorgung der Patienten auf beiden Seiten des Inns zuständig sein. Die beiden Spitäler sehen in der Abstimmung ihrer medizinischen Möglichkeiten ein hohes Einsparungspotenzial, weil dadurch auf Ausbau und Neubau bestimmter Bereiche verzichtet werden könnte. Darüber hinaus gebe es aber auch Möglichkeiten zur Erhöhung der Wirtschaftlichkeit durch Zusammenarbeit unter anderem beim Einkauf, bei Küche und Verwaltung.

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