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Gesundheitspolitik 23. November 2005

Negativliste für Arzneimittel

Das Heilmittelverzeichnis des Haupt-verbandes wird bis Ende des Jahres auf einen so genannten „Erstattungs-kodex“ umgestellt werden. Sonderregelungen sind vorgesehen.

Neben den chefarztpflichtigen „red“- und „yellow-boxes“ und der kassenfreien „green-box“ wird es künftig auch noch eine „no-box“ geben: Darin sind all jene Medikamente aufgelistet, die von der Sozialversicherung prinzipiell nicht erstattet werden. Als Grundlage für die „no-box“ wurde vom Hauptverband eine so genannte „Negativliste“ erstellt, die bereits mit 1. April 2004 in Kraft tritt. Darin sind alle von der Erstattung ausgenommenen Kategorien von Arzneimitteln angeführt. In medizinisch begründeten Einzelfällen wird es aber auch künftig möglich sein, eine chefärztliche Bewilligung für diese zu bekommen, sagte HV-Geschäftsführer Dr. Josef Probst. Als konkretes Beispiel nannte er „Viagra für Patienten mit Querschnittlähmung“. Auf der Negativliste befinden sich 13 Kategorien von Arzneimitteln (siehe untenstehenden Kasten).

Nicht nur wissenschaftlich

Für den Pharmakologen Univ.-Doz. Dr. Ernst Agneter, der als Pharmaconsulter tätig ist, liegt der Verdacht nahe, dass bei der Erstellung dieser Negativliste nicht nur wissenschaftliche, sondern auch finanzielle Argumente heran gezogen wurden. „In dem einen oder anderen Fall wäre es aber sicher mittelfristig kostengünstiger, das Arzneimittel rechtzeitig zu bewilligen“, meint er. Im Falle einer Erkrankung würden die Therapiekosten diese Ausgaben bei weitem übersteigen.

Mag. Andrea Fried, Ärzte Woche 12/2004

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