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Gesundheitspolitik 24. August 2005

Wildwuchs bei fliegenden Notärzten

Rasche und qualitativ hochwertige Hilfe sollte in Notfällen garantiert sein. Doch das heimische System wird mitunter missbraucht, weil verbindliche Regelungen fehlen.

Dr. Walther Helperstorfer, Referent für Notfallmedizin in der Österreichischen Ärztekammer, nimmt im Bereich der Erstversorgung in Notfällen Handlungsbedarf wahr: „Bei der notärztlichen Versorgung mit Hubschraubern gibt es einen wahren Wildwuchs.“ Zum einen würden einheitliche Definitionen für Normen fehlen, die ein Arzt für diese Aufgabe erfüllen müsse. Zum anderen gebe es einen richtigen Konkurrenzkampf zwischen den verschiedenen Betreibern. Dies sei auch ein Preiskampf, weshalb oft nicht ausreichend in qualifiziertes Personal investiert werde. Zum Einsatz kommen teils Ärzte aus anderen Ländern, in denen andere Ausbildungsstandards gelten.

„Gebietsschutz“ inakzeptabel

„Außerdem gibt es für manche Regionen eine Art Gebietsschutz“, so Helperstofer. So komme es zur inakzeptablen Situation, dass sich Notfallflüge verzögern, weil bestimmte Betreiber gewisse Regionen quasi für sich beanspruchen. „Das österreichische System, dass der Notarzt zum Patienten kommt und nicht – wie etwa in den USA – umgekehrt, hat sich sehr bewährt. Entscheidend ist aber, wie rasch der Notarzt vor Ort ist“, betont Helperstorfer. Im Herbst wird ein Symposium stattfinden, bei dem Notärzte aus ganz Österreich zusammenkommen. Dort werden einheitliche Normen für die Ärzte, die im Hubschrauber mitfliegen dürfen, gefordert werden und auch klare Regelungen, die eine möglichst schnelle Erstversorgung sicherstellen sollen. Weiteres Thema wird die bessere Verankerung des Leitenden Notarztes sein. Ein weiteres wichtiges Thema ist die Forderung nach einer einheitlichen Ausstattung von Hubschraubern im Notarzteinsatz bzw. von Notarztwagen.
„Beim Symposium wird es zudem darum gehen, dass die Ausbildung von Notärzten generell in ärztlicher Hand bleiben muss.“ Helperstorfer sieht die Neuregelung, dass Notärzte ihre Qualifikation regelmäßiger als bisher – also zumindest alle zwei Jahre – rezertifizieren müssen, als wichtigen Fortschritt.

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