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Gesundheitspolitik 24. August 2005

Vorsorgeuntersuchung durch Urologen soll verstärkt werden

Der Vorsorgegedanke scheint langsam auch bei den Männern zu greifen. Mit dem „AndroCheck“ wollen die UrologInnen sich noch stärker als Männerärzte positionieren.

Immerhin 28 Prozent der in der Umfrage (Beitrag auf Seite 1) angesprochenen Männer wollen regelmäßig an die Vorsorgeuntersuchung erinnert werden. Jeder 5. Patient wünscht sich ein verstärktes Angebot an Gesundheits- und Krebsvorsorge. „Das hat uns überrascht“, sagt Dr. Karl Dorfinger, Vizepräsident des Berufsverbandes der UrologInnen. „Offenbar setzt sich der Vorsorgegedanke langsam auch bei den Männern durch.“ Appell an Gesundheitspolitik Eine spezielle Vorsorgeuntersuchung wie die gynäkologische für Frauen besteht für Männer im Rahmen der Gesundenuntersuchung bis dato nicht. „Wir fordern daher alle Verantwortlichen im Gesundheitssystem auf, nun endlich für die Gleichberechtigung der Männer in Sachen Vorsorgeuntersuchung zu sorgen“, sagt Dorfinger.„Mit der Etablierung des AndroChecks als Vorsorgeuntersuchung für den Mann haben wir auch hier den ersten Schritt getan“, ergänzt Dr. Michael Eisenmenger, Präsident des Berufsverbandes der Urologen. Derzeit wird der AndroCheck bei Vorliegen einer Verdachtsdiagnose vom Urologen auf Krankenschein oder Überweisung durchgeführt. „Aber eigentlich wollen wir die Krankenkassen damit nicht belasten“, betont Eisenmenger. „Wir fordern daher, dass der Hauptverband der Sozialversicherungsträger die Kosten für diese Vorsorgeuntersuchung übernimmt.“

Das kann der AndroCheck

Der AndroCheck – 1999 von MR Dr. Gerhard Struhal aus Wien entwickelt – umfasst die Anamnese, die Krebsvorsorge mit digitaler Prostata-Untersuchung und PSA-Test, Harnbefund, Sonographie der Nieren und des Restharns sowie eine Harnflussmessung. Dazu kommt die Abklärung eines eventuellen Androgenverlustes, der zu Hitzewallungen, Depressivität, Abnahme der Muskelkraft sowie Erektionsstörungen und Libidoverlust führen kann. „Viele Männer wissen nicht, dass das partielle endokrine Defizit des alternden Mannes mit Hormonen behandelbar ist“, sagt Eisenmenger. „Aber diese Behandlung gehört in die Hand des Urologen.“ Der AndroCheck soll, als unmittelbares Ergebnis aus der PatientInnen-Befragung, noch heuer einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht werden. „Nur rund ein bis drei Prozent der Männer gehen überhaupt zur Gesundenuntersuchung“, beklagt Eisenmenger, „und nur einen Bruchteil dieser Männer sieht dann zur Krebsvorsorge auch der Urologe.“
Um dem Wunsch nach einer regelmäßigen Erinnerung an die Vorsorgeuntersuchung nachzukommen, planen die UrologInnen ein breit angelegtes Recall-System. „Fast jedes Ordinationssystem verfügt mittlerweile über die Möglichkeit von Recalls“, sagt Dorfinger. „Dies wollen wir verstärkt nutzen, um Männer ab 45 Jahren regelmäßig an ihre jährliche Vorsorgeuntersuchung zu erinnern.“ Die Patienten-Umfrage, an der bis jetzt 2.882 Männer und 581 Frauen teilgenommen haben, soll heuer im September abgeschlossen werden. In Zukunft wollen die Urologen ihre freiwillige Qualitätskontrolle alle zwei bis drei Jahre wiederholen. „Wir wollen ja auch wissen, ob Verbesserungen gegriffen haben“, sagt Eisenmenger.

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