zur Navigation zum Inhalt
 
Gesundheitspolitik 24. August 2005

„Qualitätskontrolle von Ärzten muss nicht vorgeschrieben sein!“

Mit der Höchstnote 1 bewerten die Patienten die Arbeit der niedergelassenen Urologen in Österreich. Dies sind die ersten Ergebnisse einer österreichweiten Umfrage, die vergangene Woche vom Berufsverband der UrologInnen in Wien präsentiert wurde.

„Wie in der Wirtschaft ist auch in der Arztpraxis die Kundenorientierung entscheidend“, sagte der Vizepräsident des Berufsverbandes der österreichischen Urologen, Dr. Karl Dorfinger, anlässlich der Präsentation der Umfrage in Wien. „Wir sind Dienstleister, die Patientenorientierung ist entscheidend.“ Mit der Patientenbefragung wollte der Berufsverband über die seit Anfang 2002 im Ärztegesetz vorgeschriebene Qualitätskontrolle hinausgehen. „Damit wollen wir auch zeigen, dass uns Qualitätskontrolle nicht gesetzlich vorgeschrieben werden muss, sondern dass diese in unserem eigenen, vitalen Interesse liegt“, erklärt der Präsident des Berufsverbandes, Dr. Michael Eisenmenger. 80 Ordinationen schickten jeweils rund 150 Fragebögen an ihre Patienten. Durchgeführt wurde die Untersuchung vom deutschen Beratungsunternehmen Prof. Riedl und Partner. Bisher konnten 3.500 Fragebögen ausgewertet werden. Insgesamt wird mit einer Rücklaufquote von 80 Prozent gerechnet. Mit den bisherigen Ergebnissen ist Eisenmenger rundum zufrieden: „93 Prozent der Befragten stellten uns für die Qualität der ärztlichen Versorgung und die Personalqualität in unseren Ordinationen ein sehr gutes Zeugnis aus.“ Weniger zufrieden sind die Befragten mit den Wartezeiten und der Zeit, die für das Arzt-Patienten-Gespräch zur Verfügung steht. Immerhin 28 Prozent der Befragten wollen öfter an die Vorsorgeuntersuchung erinnert werden und rund 20 Prozent der Befragten fordern ein breiteres medizinisches Angebot. Endgültige Ergebnisse der Befragung sollen im September dieses Jahres vorliegen. Dann will der Berufsverband die freiwillige Qualitätskontrolle alle zwei bis drei Jahre wiederholen.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben