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Gesundheitspolitik 24. August 2005

Jede zweite Beschwerde von Patienten war gerechtfertigt

Im Jahr 2003 waren 488 Fälle zu bearbeiten, 43 Prozent der Beschwerden waren nicht gerechtfertigt. Insgesamt wurden über 766.000 Euro Schadenersatz ausverhandelt.

Das Land Oberösterreich will die Patientenanwaltschaft neu ordnen, der politische Konsens dazu fehlt aber noch. Diese Position und jene des Stellvertreters sollen in Zukunft nicht mehr ehren-, sondern hauptamtlich und vollberuflich ausgeschrieben werden. Nach derzeit laufenden Parteienverhandlungen soll die Patientenanwaltschaft dann auch für Beschwerden aus Pflegeheimen zuständig sein. Für eine endgültige Entscheidung fehlen noch Details der Neuordnung. Der bisherige ehrenamtliche Leiter der Patientenanwaltschaft, der frühere Richter Jakob Gratzer, zog vergangene Woche Bilanz über das vergangene Jahr. 2003 gab es mit 488 Beschwerden einen Rückgang gegenüber der bisherigen Rekordzahl von 503 Fällen im Jahr zuvor.

Zuteilung der Beschwerden

In Oberösterreichs Krankenhäusern wurden im erfassten Zeitraum rund 400.000 Mal Patienten stationär aufgenommen, dazu kamen noch zahlreiche ambulante Behandlungen. Die meisten bei der Patientenanwaltschaft eingebrachten Beschwerden betrafen die größten Spitäler des Bundeslandes, das Linzer Allgemeine Krankenhaus und das Welser Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern. Unter den einzelnen Fachgebieten gab es die meisten Probleme in der Unfallchirurgie und der Chirurgie.

43 Prozent der Beschwerden

waren nicht gerechtfertigt. Hier sei es ihm aber ein besonderes Anliegen gewesen, in zum Teil langen Gesprächen mit den Betroffenen wieder das Vertrauen zu den behandelnden Ärzten herzustellen, sagte Gratzer. In 76 Beschwerdefällen konnte ein Vergleich erzielt werden, dafür gab es insgesamt über 766.000 Euro Schadenersatz.

Entschädigungskommission

Auch die Oberösterreichische Entschädigungskommission, die im Vorjahr in vollem Umfang tätig wurde, hat in 44 Behandlungszwischenfällen positiv entschieden, dabei wurden insgesamt 238.000 Euro an die Patienten bezahlt.

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