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Gesundheitspolitik 24. August 2005

Palliativteam Pongau: Rund um die Uhr erreichbar

Ein Gynäkologe und zwei Krankenschwestern stehen für die mobile palliativ-medizinische Versorgung von Patienten zur Verfügung.

In ländlichen Gebieten und insbesondere in den Bergregionen Salzburgs gehören große Entfernungen bei der mobilen Betreuung von Patienten zum Alltag. „Die palliative Betreuung erfordert regelmäßige Besuche, zu bestimmten Zeiten sogar täglich“, analysiert Dr. Bernhard Klettner. Der Facharzt für Gynäkologie befasste sich schon während seiner Ausbildung intensiv mit den Themen Palliativmedizin und Hospiz. Im ländlichen Bereich gebe es keine Einrichtungen wie stationäre Hospize, außerdem seien die Ressourcen mobiler medizinischer und sozialer Dienste begrenzt.

Klettner bildet mit zwei Krankenschwestern das neue „Palliativteam Pongau“, das ab Anfang Mai diese Region rund um die Uhr betreuen wird. Das Team ist über Handy jederzeit erreichbar. Vorfinanziert bzw. mit der nötigen Infrastruktur unterstützt wird das vorbildhafte Projekt von der Caritas und vom Land. „Allgemeinmediziner bekommen für Hausbesuche an sich schon keine Unsummen, vor allem wenn diese öfters erfolgen müssen“, betont Klettner. „Generell ist das größte Problem bei einer zeitgemäßen mobilen palliativen Betreuung der chronische Geldmangel.“ Dazu komme, dass in Urlaubszeiten oder bei Erkrankung des Hausarztes keine Betreuung möglich ist. Ein weiteres Problem sei „die Grippezeit, wo der Hausarzt stark an die Ordination gebunden ist“.

In das Projekt sind auch Hausärzte intensiv eingebunden, unter anderem mit intensiver Informationsarbeit. Wichtig sei auch, so Klettner, dass die Rezeptur weiter in ihrer Hand liegt. So entstehe weder für den Arzt noch den Patienten das Gefühl, dass die Betreuung plötzlich bei jemand anderem liege. Vorgesehen sind auch gemeinsame Besprechungen der Behandlungsstrategien. „In der letzten Lebensphase geht es weniger um eine intensivmedizinische Betreuung, sondern vielmehr um Lebensqualität“, betont Klettner. Dazu gehören regelmäßige Besuche, bei denen auch Zeit für die Unterstützung Angehöriger sei.

Aufgebaut wurde beim Pongauer Projekt auf die Erfahrungen eines Palliativteams im Pinzgau, das seit 1998 besteht. Dort werden jährlich etwa 90 Patienten betreut. So wie dort, sind auch im Pongau langfristig Informations- und Fortbildungsveranstaltungen für niedergelassene Ärzte geplant. Modellcharakter hat auch ein mobiles Hospizteam der Caritas Socialis Wien. „Die enge Zusammenarbeit mit den niedergelassenen ÄrztInnen ist entscheidend für die Lebensqualität unheilbar krebskranker Menschen zu Hause“, betont Dr. Roswitha Prohaska, ärztliche Leiterin des Mobilen Hospizes Rennweg. Die Pilotphase des Projekts wird von der Stadt Wien, von Sponsoren und aus Spenden finanziert.

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