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Gesundheitspolitik 24. August 2005

Dialyseplätze: Schluss mit Notlösung

Die Dialysebehandlung terminal nieren-insuffizienter Patienten in der „vierten Schicht“ ist international nicht üblich und wird auch im Sinne und zum Wohl der Patienten auf Dauer abgelenht.

Aufgrund der Beeinträchtigung des Biorhythmus, des sozialen Umfeldes sowie der Lebensqualität der Patienten lehnen die Österreichische Gesellschaft für Nephrologie (ÖGN) sowie die Wiener Primarärzte die Notversorgung in Wien auf Dauer ab. Heute können bei 100-prozentiger Auslastung mit den korrekt systemisierten Ressourcen – exklusive Kinderklinik im AKH – 572 Dialysepatienten behandelt werden: Im AKH sind es 144, im SMZ-Süd 36, im Krankenhaus Lainz 48, in der Rudolfstiftung 96, im SMZ-Ost 48, im Wilhelminenspital 120 sowie im Hanusch-Krankenhaus 80.

Per 1. Januar 2004 wurden in Wien allerdings 635 Patienten hämodialysiert, was bedeutet, dass 63 Patienten auf nicht systemisierten Hämodialyseplätzen, quasi als Notlösung, behandelt wurden. Dennoch erfolgt die Behandlung auf höchstem internationalen Standard und ohne Zugangsbeschränkung. „Die Zuwachsrate an Dialysepatienten in Wien liegt seit Jahren konstant bei 6 Prozent“, erklärt der Präsident der ÖGN, Prof. Dr. Josef Kovarik.

Zur Änderung dieser Notsituation haben ÖGN und Primarärzte konkrete Vorschläge anzubieten. Als Akutlösung wird eine rasche Eröffnung von vorhandenen Zusatzkapazitäten im Hanusch-Krankenhaus (40 Patienten) sowie eine Inbetriebnahme der sechs freien Hämodialyseplätze im SMZ-Süd (36 Patienten) vorgeschlagen. Damit könnten akut 76 Patienten in einen systemisierten Schichtbetrieb übernommen werden. Dadurch könnte die vierte Schicht in Wien beendet und ein Großteil der Akutdialyseeinrichtungen entlastet werden. Ein Stufenplan bis zum Jahr 2010 wird in Abstimmung mit dem Büro der Stadträtin für Gesundheit, dem KAV, den Planungsökonomen des Gesundheitsministeriums, dem Österreichischen Bundesinstitut für Gesundheitswesen, den Sozialver-sicherungsträgern sowie der Österreichischen Gesellschaft für Nephrologie und den Wiener Primarärzten für Nephrologie innerhalb des zweiten Quartals 2004 formuliert und danach umgehend bekannt gegeben.

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