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Gesundheitspolitik 24. August 2005

Spezialisten für Alpinmedizin

Einsatz in schwierigem Gelände und oft unter widrigen Umständen. Bergrettungsärzte müssen diesen speziellen Anforderungen gewachsen sein, um helfen zu können.

„Ein Notarzt trifft im Gebirge auf viele Situationen, die ihn an die Grenzen seiner Möglichkeiten führen“, betont Dr. Fidel Elsensohn, Bundesarzt des Österreichischen Bergrettungsdienstes. Dabei gehe es auch um die Frage, „wie die Bergung ablaufen kann, ohne die Retter selbst zu gefährden“. Auch Flugrettungsärzte würden immer wieder in Situationen kommen, die eine spezielle alpinistische und rettungstechnische Ausbildung erfordern. „In vielen Regionen Österreichs gibt es zu wenig Ärzte, die diesen Anforderungen gewachsen sind und die nötige Spezialausbildung haben“, ergänzt Elsensohn.

Im Bergrettungsdienst kommen teils Allgemeinmediziner zum Einsatz, denen die umfassende Erfahrung mit Notfallmedizin unter extremen Bedingungen fehlt. „Selbst wer sonst sicher und schnell intubieren kann – im Schein einer Stirnlampe, bei strömendem Regen oder Schneefall, nach einer Stunde Aufstieg mit voller Ausrüstung im schwierigen Terrain sieht das alles anders aus“, so Elsensohn.

Erstversorgung entscheidend

Angesichts dieser unzureichenden Voraussetzungen wurde im Vorjahr ein Anforderungsprofil für Bergrettungsärzte erstellt, das auch auf aktuelle Sportarten wie Canonying oder Höhlenklettern abgestimmt ist. Dazu Elsensohn: „Nur so gibt es eine wirkliche Chance für eine profunde Erstversorgung am Ort des Geschehens, die extrem wichtig ist.“ Umso wertvoller wären die in Österreich angebotenen Lehrgänge, die wesentliche Teile dieses Profils abdecken. Träger der Lehrgänge sind die Ärztekammer, die österreichischen und deutschen Gesellschaften für Alpin- und Höhenmedizin sowie der Sportärzte und der Bergrettungsdienst. Die Ausbildung besteht aus einem dreiwöchigen Turnus, einem Speziallehrgang für Expeditionsmedizin und Refresherkursen. Die international angesehene und anerkannte Ausbildung ist für das Sport- und das Notarztdiplom anrechenbar. Etwa die Hälfte der Teilnehmer kommt aus Deutschland.

Schwerpunkte des Lehrgangs

Die Ausbildung beginnt mit einem Basislehrgang im Juni, der für Ärzte mit alpinistischem Talent und Interesse offen steht. Auf dem Programm stehen neben der Vermittlung alpinistischer Grundkenntnisse die alpine Leistungsphysiologie und -medizin, Leistungsstoffwechsel und Bergsporternährung, Risikomanagement und Steigtaktik, Hypothermie, Kälteschäden und Lawinenmedizin, Umgang mit Notfällen im alpinen Setting usw. Weitere Schwerpunkte sind Kinder- und Jugendalpinistik sowie das relativ junge Thema „Alpinistik zur Prävention und Rehabilitation“. Auf Übungen in der Praxis wird besonders Wert gelegt.

Weitere Informationen:
Internationale Lehrgänge für Alpinmedizin, 5710 Kaprun, Tel. 06547/82-27,
Fax 06547/77-72,
E-Mail: ,
Internet: www.alpinmedizin.org

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