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Gesundheitspolitik 24. August 2005

Früherkennungs-Programm für Brustkrebs nach EU-Standards geplant

In Österreich wird aktuell die Einführung eines systematischen Mammographie-Screenings diskutiert. Entsprechend den EU-Leitlinien sollen die Untersuchungen nur in einigen wenigen Zentren mit höchsten Qualitätsstandards durchgeführt werden.

Acht Einladungsstellen, 21 Untersuchungseinheiten, 20 Mammographie-Screening-Einheiten in onkologischen Zentren sowie vier Referenzzentren, eine bundesweite Koordinierungsstelle, knapp 300 Mitarbeiter und 21,6 Millionen Euro Jahresbudget: So sieht das theoretische Modell für ein nach EU-Leitlinien qualitätsgesichertes Mammographie-Screeningprogramm für alle Frauen zwischen 50 und 69 Jahren unseres Landes aus. Das Konzept wurde vom Österreichischen Bundesinstitut für Gesundheitswesen (ÖBIG) im Auftrag des Gesundheitsministeriums erstellt und vor kurzem präsentiert. Ob es wirklich so kommt, ist noch unklar. Tatsache ist, dass bis auf

Österreich bereits alle EU-Staaten ein regionales oder nationales Brustkrebs-Screening umgesetzt haben. „Es gibt ein grundsätzliches Bekenntnis, dass wir auch in Österreich ein solches Programm wollen“, heißt es dazu aus dem Kabinett von Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat. In Pilotprojekten – das erste soll demnächst in Vorarlberg gestartet werden – wolle man das Konzept aber zuerst schrittweise in der Praxis erproben. Der Aufbau zentraler Strukturen sei wichtig. Denn, so meint der Sprecher der Ministerin, höchste Qualität könne im niedergelassenen Bereich nicht gewährleistet werden.

Das hören die freiberuflichen Radiologen gar nicht gerne. Fachgruppenobmann Dr. Andreas Lustig betont, dass eine solch zentralistische Lösung sogar zu einem Qualitätsverlust gegenüber dem Status quo führen könnte. „Eine Reihenuntersuchung, bei der zwei Kollegen in der Stunde 100 Mammographien sehen, muss nicht unbedingt besser sein“, meint er.

Fortzsetzung Mammographie-Screening: Was bringt es wirklich?

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