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Gesundheitspolitik 1. Dezember 2005

Das Berufsfeld „Arzt“ im Praxistest

Während der vier Februar-Wochen sammelten 50 interessierte oberösterreichische Medizin-Studierende in der Lehrveranstaltung „Berufsfeld-Erkundung im Krankenhaus“ Eindrücke über ihr künftiges Berufsbild als Ärztin oder Arzt.

„Diese Unterrichtseinheit dient den Studierenden als Entscheidungsgrundlage, ob sie das begonnene Studium fortsetzen oder überdenken“, beschreibt Dr. Lucia Ucsnik, MAS - Assistenz der Geschäftsführung und Ärztlichen Direktion sowie Verantwortliche für die medizinische Lehre im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Linz. Die Berufsfelderkundung wird in Oberösterreich derzeit nur von den Barmherzigen Schwestern Linz (Lehrkrankenhaus der Medizin-Universitäten Wien und Innsbruck) angeboten. Schon im ersten Semester werden die Studierenden des Reformstudiums der Uni Wien für den Umgang mit Patientinnen, Patienten und zwischen medizinischen Berufsgruppen sensibilisiert. Die Berufsfelderkundung besteht aus zwei Teilen: einem Praxisteil in einem Krankenhaus und einem Teil bei niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten.„Einzigartig und besonders hervorzuheben bei den Barmherzigen Schwestern Linz ist, dass jeder Studierende jeweils von einem Abteilungsleitenden, einer Fachärztin oder einem Facharzt begleitet wird. So lernen sie die Aufgaben und Tätigkeiten hautnah und unmittelbar von künftigen Kolleginnen und Kollegen aus dem operativen und konservativen Bereich kennen“, hebt Ucsnik hervor. Sie bezeichnet die „bedside-artige“ kollegiale Betreuung von Studienbeginn an als einen weiteren, wichtigen und innovativen Schritt in der medizinischen Ausbildung.

Ein „rundes“ Programm

Kurz-Impulse von Mitgliedern der Werte-Gruppe und Impulse zu Themen wie Projekt- und Prozessmanagement, Zertifizierungssysteme, Befragungen, Evaluierungen und Pflege-Expertise rundeten die gesammelten Eindrücke ab. Die Berufsfelderkundung wurde abschließend mit den Studierenden reflektiert. Nicht nur die Teilnehmer konnten wertvolle Einblicke gewinnen, auch von ärztlicher Seite wird die Berufsfelderkundung sehr positiv gesehen. „Unsere jungen Kolleginnen und Kollegen sind sehr interessiert“, resümiert Prim. Dr. Josef Hochreiter, Leiter der Abteilung für Orthopädie im KH BHS Linz. „Sie haben durch den Praxiseinblick die Möglichkeit, sich klarer im Studium zu positionieren und mit zusätzlicher neu gewonnener Motivation voranzugehen. Bei einem negativen Eindruck können sie sich frühzeitig umorientieren, was für unser Bildungssystem von Vorteil ist.“ Seit dem Wintersemester 2002 ist das Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Linz Lehrkrankenhaus für die Medizinischen Universitäten Wien und Innsbruck. Seither absolvierten 225 Studierende ihre Praktika in den Bereichen Innere Medizin, Chirurgie, Radiologie und Pathologie, die vom internen BHS-Linz-Netzwerk „Medizinische Lehre“ gestaltet werden.

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