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Gesundheitspolitik 1. Dezember 2005

Weg mit dem Babyspeck

Elf Prozent der Vorarlberger Schulkinder sind übergewichtig. Tendenz steigend. Der Arbeitskreis für Vorsorge- und Sozialmedizin bietet betroffenen Kindern ein Fitness-Programm mit Spaß und Action.

Krankheiten wie Leberverfettung oder Altersdiabetes als Folgen von Übergewicht sind auf den Kinderstationen der Vorarlberger Krankenhäuser keine Seltenheit. Auch die jährliche Auswertung von Schuluntersuchungs-Daten beweist: Vorarlberger Kinder werden immer dicker. Elf Prozent der Kinder im Volks- und Hauptschulalter bringen zu viele Kilo auf die Waage, 40 Prozent dieser Kinder sind krankhaft übergewichtig. Der Arbeitskreis für Vorsorge- und Sozialmedizin (aks) bietet nun 8- bis 16-Jährigen ein Fitnessprogramm, das nichts mit Verboten und ödem Kalorienzählen zu tun hat. Hält sich der Babyspeck übers Kleinkinder-Alter hinaus, drohen den Betroffenen nicht nur Häme und Spott, sondern auch körperliche Probleme. „Sind fünf- bis zehnjährige Kinder bereits übergewichtig, haben sie mit großer Wahrscheinlichkeit auch als Erwachsene mit überflüssigen Kilos zu kämpfen“, beschreibt Dr. Guntram Hinteregger, Arzt für Allgemeinmedizin und Experte des aks für Kindervorsorgemedizin, die drohende Entwicklung. Dabei geht es dem Arzt nicht um Schönheitsideale, sondern um Gesundheit: „Übergewicht ist ein Hochrisikofaktor für Schlaganfälle und Kreislaufbeschwerden.“
Mit dem Programm „X-Team – power generation“ will der aks betroffene Kids für eine gesunde Lebensweise begeistern. Durch Spaß, Spiel, Bewegung und gesundes Essen sollen die Kinder ihr Körpergefühl neu entdecken. Wie die Großen, gehen sie zum Training ins Fitnessstudio, wo sie von speziell geschulten Betreuerinnen und Betreuern begleitet werden. Acht Studios beteiligen sich landesweit an der Aktion. Ergänzt wird das Training durch Workshops, Kinderkochkurse, ärztliche und psychologische Beratung. Zugewiesen wird vom Schularzt, der Selbstbehalt beträgt pro Kind 120 Euro für rund 100 Besuche. Die tatsächlichen Kosten von rund 1.000 Euro werden von verschiedenen Landes- und Bundesorganisationen getragen.

JUTTA BERGER, Ärzte Woche 8/2004

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