zur Navigation zum Inhalt
 
Gesundheitspolitik 24. August 2005

Europäisches Zentrum für Prävention ab 2005

Straßburg. Das Europäische Parlament hat beschlossen, ein europäisches Gesundheitsamt einzurichten. Dieses soll die nationalen Behörden in ihrer Arbeit unterstützen, nicht ersetzen.

Das „Europäische Zentrum für die Prävention und die Bekämpfung von Seuchen“ setzt sich aus jeweils einem Vertreter pro Mitgliedstaat, zwei Vertretern des Europaparlaments sowie drei Vertretern der Europäischen Kommission zusammen. Das Zentrum soll 2005 seine Arbeit aufnehmen, der Sitz der Organisation wird in Schweden sein. Das Zentrum war auf Forderung von Europaabgeordneten im vergangenen Jahr von EU-Gesundheitskommissar David Byrne vorgeschlagen worden. Ziel der Organisation wird es sein, gesundheitlichen Bedrohungen wie zum Beispiel durch SARS oder bioterroristische Angriffe gemeinsam entgegenzuwirken. Aktuelle Bedeutung habe das Thema auch durch die Ausbreitung der Vogelgrippe erlangt, hieß es. Die Agentur soll Gesundheitsdaten aus allen Mitgliedstaaten sammeln, analysieren und verbreiten. Dabei geht es sowohl um medizinische Daten über übertragbare Krankheiten als auch um epidemiologische Studien, die Aussagen über die Verbreitungsmuster beinhalten. Zudem sollen die Risikofaktoren solcher Krankheiten analysiert und Verhütungs- und Bekämpfungsmaßnahmen erörtert werden. Besteht die Möglichkeit einer Ausbreitung einer Krankheit in den Staaten der EU, handelt die Gesundheitsbehörde „auf eigene Initiative“. Ist der Seuchenherd bekannt, werde das Zentrum dann in Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden auf EU- und Landesebene die weiteren Schritte einleiten, heißt es in der Vorlage des Europäischen Parlaments. Ausdrücklich weisen die Berichterstatter im Parlament darauf hin, dass das Zentrum für Prävention und die Bekämpfung von Seuchen nationale Behörden nicht ersetzen, sondern sie unterstützen soll. Die Organisation solle lediglich die Arbeitsmethoden der einzelnen Mitgliedsländer „harmonisieren und rationalisieren“. Für ihre Arbeit stehen der Behörde für die ersten drei Jahre 48 Millionen Euro zur Verfügung, nach Angaben des Parlamentssprechers John Bowis soll das Zentrum mit 35 Mitarbeitern starten und später 70 Mitarbeiter beschäftigen.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben