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Gesundheitspolitik 1. Dezember 2005

EU plant strengere Lebensmittel-Kennzeichnung

Berlin. Immer häufiger löst das, was auf unseren Tellern landen soll, Streit in der EU oder anderen internationalen Gremien aus. Gentechnisch veränderte Nahrung und die Kennzeichnung von Lebensmitteln sind zwei aktuelle Beispiele.

Kürzlich protestierten Umweltschützer in Berlin mit einer überdimensionalen „Gen-Tomate“ gegen gentechnisch veränderte Lebensmittel. Der deutsche Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) startete eine Kampagne, die bis Ende Februar durch 40 deutsche Städte touren soll. Hintergrund ist eine Klage der USA bei der Welthandelsorganisation WTO. Zusammen mit Kanada und Argentinien wollen die USA das EU-Importverbot für gentechnisch veränderte Lebensmittel zu Fall bringen. Der Umweltverband zitiert hingegen Umfragen, wonach über 70 Prozent der Menschen in Europa gentechnisch veränderte Nahrung ablehnen. „Zudem sind die Folgen der Gentechnik für Mensch, Tier und das Ökosystem viel zu wenig erforscht“, sagt Heide Moldenhauer vom BUND. Auch in der EU wird zurzeit heftig über Lebensmittel – genauer: die Kennzeichnung von Lebensmitteln – gestritten. Anlass ist ein aktueller Vorschlag der EU-Kommission für eine Richtlinie über gesundheitsbezogene Angaben. Um den Verbraucher vor irreführender Werbung zu schützen, sollen alle nicht überprüfbaren Angaben – „fettreduziert“, „zuckerarm“, „stärkt das Immunsystem“ – verboten werden. Alle Angaben zu schlank machenden und Gewicht kontrollierenden Eigenschaften stehen ebenfalls auf dem Index. Unzulässig würden nach den EU-Plänen auch gesundheitsbezogene Angaben bei Getränken sein, die mehr als 1,2 Prozent Alkohol enthalten. Die EU-Kommission will außerdem zulässige Angaben, die auf nach aktuellem Wissensstand unumstrittenen Erkenntnissen beruhen, in eine „Positivliste“ aufnehmen.

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