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Gesundheitspolitik 24. August 2005

Zulassungsbeschränkung zum Studium geplant

Medizinische Universität Graz will für etwaige EU-Gesetzesänderungen und einen Massenansturm von Studenten gerüstet sein

Beim Europäischen Gerichtshof ist ein Verfahren anhängig, in dem der freie Zugang für deutsche Studierende an unseren Universitäten eingeklagt wird. Wird in diesem Verfahren den Studierenden Recht gegeben, so bedeutet das den freien Zugang für EU-Bürger auch an der Medizinischen Universität Graz.

Derzeit gibt es in Österreich keine gesetzlich geregelte Zulassungsbeschränkung zu Studien an den österreichischen Universitäten. Die Medizinische Universität Graz will für allfällige Gesetzesänderungen in dieser Frage jedoch gerüstet sein und ihnen sinnvoll begegnen. „Bei einer entsprechenden EU-Entscheidung ist mit einem Ansturm junger Menschen zu rechnen, dem wir einfach nicht gewachsen sind. Unabhängig davon ist auch jetzt die Drop-out-Rate unserer Studierenden zu hoch. Und je später der Ausstieg aus dem Studium erfolgt, umso schwieriger ist es für beide Seiten“, erklärt Prof. DDr. Gerhard Franz Walter, Rektor der Medizinischen Universität Graz. „Wir wünschen uns eine differenzierte Entscheidungsfindung, die sowohl das grundsätzliche Interesse wie auch die Motivation der Studierenden berücksichtigt. Ich hoffe, dass wir genügend Zeit für die Entwicklung eines Auswahlverfahrens haben und nicht durch die Entscheidung des EU-Gerichtshofes gezwungen werden, schon für das nächste Studienjahr eine Lösung zu finden.“

Internationale Vorbilder

Deshalb hat der Senat der Medizinischen Universität Graz die Einrichtung einer Arbeitsgruppe beschlossen. Sie wird Beispiele für Zulassungsbeschränkungen beziehungsweise verschiedene Aufnahmeverfahren, wie sie bereits an internationalen Universitäten bestehen, sammeln und diese Modelle als Basis für eine Entscheidung heranziehen, wenn das durch eine Änderung der Gesetzeslage notwendig wird. „Wir wollen hier nicht vorgreifen, sondern gerüstet sein, damit wir eine möglichst objektive und möglichst gute Entscheidung treffen können und ein international akzeptables Aufnahmeverfahren finden, mit dem wir gezielt jene Kandidatinnen und Kandidaten herausfinden, die für das Medizinstudium geeignet sind“, bekräftigt Prof. Dr. Gilbert Reibnegger, Vizerektor für Studium und Lehre. „Diese Arbeitsgruppe ist kein formalistisches Organ, sondern bezieht alle betroffenen Mitglieder der Universität, also auch Vertreter der Studierenden, mit ein.“

Rückfragen an: Mag. Ingrid Urbanek,
Pressestelle der Medizinischen Universität Graz, Tel.: 0316/385-72014,
E-Mail: ingrid.urbanek@meduni-graz.at, www.meduni-graz.at

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