zur Navigation zum Inhalt
 
Gesundheitspolitik 1. Dezember 2005

Krankenbetreuung mit Weitblick

Projektarbeit in drei interdisziplinär zusammengesetzten Teilprojektgruppen und einer Fokusgruppe PatientInnen/ Angehörige soll eine Optimierung der Schnittstellen-Koordination bringen.

Das Modellprojekt „PatientInnenorientierte integrierte Krankenbetreuung“ im 14. bis 17. Bezirk in Wien läuft seit Herbst 2002 und wurde von der Wiener Gebietskrankenkasse und der Stadt Wien beauftragt. Ziel des Projektes ist die Verbesserung der Krankenbetreuung an den Schnittstellen zwischen intra- und extramuraler Versorgung. Dabei stehen die Anliegen und Bedürfnisse von PatientInnen und Angehörigen im Mittelpunkt.

Als Partner im Modellprojekt arbeiten drei Krankenhäuser (Hanusch-Krankenhaus, Krankenanstalt des Göttlichen Heilands und Wilhelminenspital), Pflege- und Sozialdienste, die MA 47, niedergelassene Ärzte, Medizinisch -therapeutische Dienste und Apotheker aus den Bezirken 14 bis 17 und PatientInnen und Angehörige zusammen. Die Projektarbeit erfolgt in drei interdisziplinär zusammengesetzten Teilprojektgruppen und einer Fokusgruppe PatientInnen/Angehörige. Insbesondere die aktive Zusammenarbeit von PatientInnen und Angehörigen mit den Profis des Gesundheitswesens ist dabei eine Innovation und besondere Herausforderung.
Im Teilprojekt „Integriertes Zuweisungs- und Entlassungsmanagement“ werden insbesondere Maßnahmen zur Verbesserung der Zuweisung in ein Krankenhaus und der Vorbereitung der Entlassung aus dem Krankenhaus bearbeitet. So wird als eine Maßnahme dieses Teilprojekts ein einheitliches Formular für die Zuweisung ins Krankenhaus erarbeitet.
Im Teilprojekt „Integrierte Krankenbetreuung für PatientInnen zu Hause“ geht es um Maßnahmen zur Verbesserung der Koordination von Betreuungsangeboten für PatientInnen zu Hause. Diese beginnt im Idealfall schon während des Entlassungsprozesses und soll eine verbesserte Kommunikation der BetreuerInnen untereinander und mit den PatientInnen und pflegenden Angehörigen gewährleisten. Als Maßnahmenbeispiele seien die Einführung einer Gesundheitsmappe für umfassend pflegebedürftige PatientInnen, die alle wesentlichen Informationen und Dokumente enthält, und die Entwicklung von Standards für ein Entlassungsmanagement als abteilungsübergreifendes Service im Krankenhaus erwähnt.
Im Teilprojekt „Diagnosespezifische integrierte Krankenbetreuung“ werden Maßnahmen für PatientInnen mit spezifischen chronischen Diagnosen, z.B. onkologische Erkrankungen, und daraus resultierende besondere Betreuungsnotwendigkeiten, wie oftmaliger Wechsel zwischen intra- und extramuraler Betreuung, entwickelt. Eine Maßnahme dieses Teilprojekts betrifft die standardisierte Durchführung eines patientInnenorientierten Aufklärungsgespräches.
In der Fokusgruppe werden PatientInnen und Angehörige für die Zusammenarbeit mit den Profis vorbereitet. Darüber hinaus hat diese Gruppe selbst drei Maßnahmen geplant. Eine davon ist die Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen Selbsthilfegruppen und Krankenhausabteilungen. Im Frühjahr 2003 wurde eine patientInnenbezogene Status-quo-Erhebung durchgeführt und auf Basis dieser Ergebnisse insgesamt 30 Maßnahmen im Detail geplant. Diese Maßnahmen werden seit Herbst 2003 von den Projektpartnern umgesetzt. Die Effektivität der Maßnahmen wird mit einer Evaluationserhebung im Frühjahr 2004 überprüft. Erfolgreiche Maßnahmen sollen in weiterer Folge in ganz Wien umgesetzt werden. Die wissenschaftliche und beraterische Begleitung wird vom Ludwig Boltzmann-Institut für Medizin- und Gesundheitssoziologie wahrgenommen.

Beschreibung der einzelnen Maßnahmen und weitere Informationen zum Modellprojekt im Internet: www.wien-pik.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben