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Gesundheitspolitik 1. Dezember 2005

Diabetikerschulung neu strukturiert

Organisiert vom Arbeitskreis für Vorsorgemedizin Salzburg, wird der Ausbau des Schulungsangebotes für
Diabetespatienten dieses Jahr forciert in Angriff genommen.

Vor allem im niedergelassenen Bereich gibt es aus der Sicht von Salzburgs Landessanitätsdirektor Dr. Christoph König große Lücken in der Versorgungsstruktur für Diabetiker. Da Schulungen für Diabetiker nur schlecht oder gar nicht von der Kasse honoriert werden, waren bisher nur wenige Ärzte sowohl im niedergelassenen als auch stationären Bereich (abgesehen von Universitätskliniken) bereit, sich auf die Beratung und Betreuung von Diabetikern einzulassen. Viele Ärzte, die geschult sind, üben diese Tätigkeit gar nicht aus.
König bemängelt weiters, dass es kaum zu Überweisungen an geschulte Ärzte kommt. „Diabetiker gelten bei Ärzten als komplizierte, aufwändige und nicht lukrative Patienten“, fasst er zusammen. Auch Kooperationen zwischen Ärzten und Diätassistentinnen finden kaum statt.
Nun soll in Salzburg das anerkannte „Düsseldorfer Modell“ zur Diabetes-Schulung umgesetzt werden. Einfließen werden dabei auch die guten Erfahrungen, die damit bereits in der Steiermark gemacht wurden. Das Angebot umfasst vier Module zu je zwei Sunden, bei dem eine Diätassistentin ein bis zwei Einheiten gestaltet. Zusätzlich kann eine Diabetespsychologin angefordert werden. Nach einem Jahr gibt es die Möglichkeit, ein Refresher-Modul zu besuchen. Die Salzburger Ärztekammer wird außerdem für Ärzte mehr Workshops anbieten, in denen vor allem auch Erfahrungsaustausch und Fallbesprechungen stattfinden.

Geld für ca. 600 Schulungen

Zuständig für die Gesamtorganisation ist der Arbeitskreis für Vorsorgemedizin Salzburg (AVOS). Für das erste Schulungsjahr stellt das Jahr 83.000 Euro zur Verfügung. Damit lassen sich ca. 600 Schulungen finanzieren. Die Salzburger Gebietskrankenkasse und die Sonderversicherungsträger leisten einen erhöhten Zuschuss von 80 Euro. Damit sinkt der Selbstkostenanteil auf 10 Euro. Als Schulungshonorar werden maximal 1.100 Euro gezahlt – für eine Gruppe bis zu 12 Patienten. Zusätzlich wird mit jeweils 15 Euro das Ausfüllen von Bögen zur Qualitätssicherung honoriert. Durch die Qualitätskontrolle wurde in der Steiermark für die 270
geschulten Ärzte ein zusätzlicher Anreiz geschaffen, die Schulungen fortzusetzen und laufend zu verbessern. „Auch die Compliance der Patienten ist gestiegen“, berichtet König. Er erwartet sich ähnliche Effekte in Salzburg.
Durch kompetente Beratung und Betreuung von Diabetespatienten können kardiovaskuläre Komplikationen, aber auch Herzinfarkte, Schlaganfälle sowie Herz- oder Niereninsuffizienz, um die Hälfte gesenkt und die Zahl der Amputationen reduziert werden.

Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher, Ärzte Woche 1/2004

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