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Gesundheitspolitik 30. November 2015

Kaum absolviert, schon abserviert

Aussteiger-Trend: Mehr als 30 Prozent der Jung-Mediziner werfen das Handtuch.

Dem Nachwuchsproblem müsse aktiv begegnet werden, sagt ÖAK-Vize Mayer. Studenten und Absolventen sollten wissen, dass ein spannender und attraktiver Berufsweg vor ihnen liege.

Den Spitälern fehlt ärztlicher Nachwuchs. Den Grund dafür sieht die Ärztekammer in der steigenden Drop-out-Quote der Medizinstudenten. Mittel dagegen wären, den Studierenden frühzeitig Perspektiven aufzuzeigen und die Kollegen mit guter Ausbildung „bei der Stange zu halten“. Deshalb evaluiert die Ärztekammer die Medizinerausbildung, teilte sie am Dienstag mit.

Von Jahr zu Jahr steige die Anzahl jener Absolventen, die entweder nie in den Beruf einsteigen oder kurz danach wieder aussteigen: Im Oktober 2014 waren 31,9 Prozent der Absolventen des Jahrganges 2005/2006 nicht mehr in Österreich medizinisch tätig, der Absolventenjahrgang 2011/2012 hatte sich bereits zu 36,3 Prozent für eine andere Karriere entschieden. Von den 1.569 Absolventen des Jahrgangs 2005/2006 waren im Oktober 2014 noch 1.069 ärztlich tätig, von 1.413 Absolventen des Jahrgangs 2011/2012 nur mehr 900.

Gegen den Ärztemangel hat ÖAK-Vizepräsident Harald Mayer zwei Ansätze: Studenten und Absolventen müsse frühzeitig und glaubhaft vermittelt werden, dass auf sie ein „spannender, anspruchsvoller und hoch attraktiver Beruf“ warte. Und man müsse die Kollegen „bei der Stange halten“: mit entsprechender Qualität der Ausbildung. Die Ärztekammer nimmt deshalb eine breite Evaluierung vor, seit 2011 in der Allgemeinmedizin, derzeit auch der Fachärzte-Ausbildung. Dann könne man, so Mayer, den Spitalsträgern konkrete Hinweise geben, wo sie ansetzen müssen, damit Junge nicht gleich das Handtuch werfen.

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