zur Navigation zum Inhalt
 
Gesundheitspolitik 5. Oktober 2015

Streitbarer Wolf

Vorarlbergs Patientenanwalt hat 2013 und 2014 etwa dreimal so viel Schadenersatz für seine Klienten erkämpft wie in den Jahren zuvor.

Grund dafür seien einige Großfälle, sagt Patientenanwalt Alexander Wolf. Sorgen bereitet ihm die Finanzierung der Entschädigungen, hier seien die Rücklagen fast aufgebraucht. Die Zahl der Neuanträge bei der Patientenanwaltschaft blieb mit 490 (2013) bzw. 483 (2014) konstant.

Auffallend war jedoch die Höhe der Schadenersatzzahlungen, die sich 2013 auf 1,25 Mio. Euro und 2014 auf 1,95 Mio. Euro belief. 2013 erhielten allein 17 Patienten mehr als 20.000 Euro, im Folgejahr wurde an vier Patienten gar mehr als 100.000 Euro ausbezahlt. Ausschlaggebend war jeweils die Schwere der Fälle, so hatten Behandlungsfehler die Behinderung eines Kindes, schwere Nervenschäden und langjährige Schmerzen nach einer Bauch-OP zur Folge.

Wolf erneuert die langjährige Forderung der ARGE Patientenanwälte nach einer grundsätzlichen Zuständigkeit für den niedergelassenen Bereich. Derzeit stehe es dem Arzt frei, sich einem mit der Ärztekammer geschlossenen Kooperationsvertrag anzuschließen. Hier sei der Bund mit einer entsprechenden Regelung gefragt, bisher sei man aber auf taube Ohren gestoßen. Im schlimmsten Fall erhalte ein Patient nämlich bei einer Komplikation im niedergelassen Bereich, etwa nach einer Impfung, Blutabnahme oder Darmspiegelung, nichts und das sei „überhaupt nicht einzusehen“, sagte Wolf.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben