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Gesundheitspolitik 28. September 2015

Was in Traiskirchen sonst noch im Argen liegt

Kinder auf der Flucht brauchen psychologische, psychotherapeutische und psychiatrische Hilfe.

Kinderpsychiater wollen helfen und in die medizinische Versorgung im Erstaufnahmezentrum in Traiskirchen eingebunden werden. Die Kinderliga fordert einen Kinder-Koordinator.

Mehr als die Hälfte der im Auffanglager Traiskirchen untergebrachten Menschen sind Kinder und Jugendliche. Für die österreichische Kinderliga geht es daher nicht nur um den Bedarf einer allgemeinen notärztlichen Versorgung, sondern um spezifische Fragen und Problemstellungen der Kinder- und Jugendgesundheit. Während Kinderärzte und Hebammen langsam in das System der medizinisch-therapeutischen Hilfe vor Ort integriert werden, ist dies für psychologische, psychotherapeutische oder psychiatrische Betreuung noch nicht gelungen.

„Gerade bei den vielen Kriegs- und Flüchtlingsbiografien, der Situation getrennter Familien, Ungewissheit über Verbleib oder Verlust von Familienangehörigen, wäre aber ein derartiges therapeutisches Angebot höchst dringlich!“, sagt Prim. Dr. Klaus Vavrik, Kinderarzt und Präsident der Österreichischen Kinderliga.

Der Appell der Kinderliga für eine umfassende Gesundheitsversorgung beschränkt sich nicht nur auf die Situation in Traiskirchen. Für eine qualitätsvolle und sachgerecht organisierte Gesundheits-Betreuung von Kindern, Jugendlichen und deren Familien in Fluchtsituationen erachtet die Kinderliga eine gute Systematik von helfenden Gesundheitsberufen in ganz Österreich als dringend notwendig.

Dies könnte durch eine, mit einer fachlich versierten Person besetzten, zentralen „Koordinationsstelle für Kinder- und Jugendgesundheit unter Fluchtbedingungen“ geleistet werden.

Österreichische Liga für Kinder- und Jugendgesundheit, Ärzte Woche 40/2015

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