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Lücken im Gedächtnis reißen auch Löcher in die Finanzierung des Gesundheitssystems.

Prof. Dr. Stefanie Auer, Wissenschaftliche Leiterin der MAS Alzheimerhilfe, Lehrgangsleiterin „Demenzstudien“ Donau-Universität Krems (c)DUK/Mirjam Reither

 
Gesundheitspolitik 2. März 2015

Demenz ruiniert das Gesundheitssystem

Mit dem Zuwachs an Menschen mit Morbus Alzheimer steigt auch der Bedarf an ausgebildeten Fachkräften.

Der eben veröffentlichte Österreichische Demenzbericht dokumentiert eindrucksvoll die Entwicklung von Demenzerkrankungen zu einer führenden Volkskrankheit. Der Bedarf an qualifizierter Ausbildung steigt. Um dieser Herausforderung zu begegnen, bietet die MAS Alzheimerhilfe gemeinsam mit der Donau-Universität Krems den berufsbegleitenden Masterlehrgang „Demenzstudien“ an.

„Demenz braucht bestens ausgebildete Fachkräfte und ein Umdenken im Versorgungssystem“, analysierten Prof. Dr. Michael Brainin, Leiter des Departments für Klinische Neurowissenschaften und Präventionsmedizin, Donau-Universität Krems und Prof. Dr. Stefanie Auer, wissenschaftliche Leiterin der MAS Alzheimerhilfe, bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Wien. „Derzeit leiden in Österreich rund 130.000 Menschen an Demenz. Bis 2030 ist mit einer Verdoppelung der Krankheitsfälle zu rechnen“, so Auer. Dieses Bild zeichnet auch der Österreichische Demenzbericht 2014, der aktuell vom Sozial- und Gesundheitsministerium veröffentlicht wurde ( www.bmg.gv.at ).

Demenz hat das Potenzial, das Gesundheitssystem auszuhebeln

Vor dem Hintergrund des enormen Zuwachses an Demenz und der neuen internationalen Global Burden of Disease Studie 2013, wonach Alzheimer nach ischämischen Herzkrankheiten und Schlaganfällen bereits die dritthäufigste Todesursache in Österreich ist, wird der dringliche Handlungsbedarf klar. „Nicht Herzerkrankungen, sondern Schlaganfälle und Alzheimer sind die beiden vorrangigen Gesundheitsprobleme“, warnt NBrainin. „Die Belastungen für die Gesellschaft sind enorm. Demenzerkrankungen kosten europaweit 100 Milliarden Euro pro Jahr und werden unser Gesundheitssystem ruinieren, wenn nicht bereits vorhandene Lösungen umgesetzt werden.“

Qualifizierte Ausbildung

Die Versorgung von Menschen mit Demenz in Österreich stellt Politik und Gesellschaft somit vor immer größere Herausforderungen. „Medikamentöse Therapien zur Heilung der Krankheit sind nicht in Sicht. Damit steigt der Bedarf an speziellen Betreuungskonzepten, die eine interdisziplinäre Herangehensweise erfordern“, sagt Auer. Dafür braucht es entsprechende Ausbildung.

Der große Bedarf an Fachkräften im Bereich des sozialen und medizinischen Managements wurde schon früh von der MAS Alzheimerhilfe erkannt. Neben anderen Angeboten der Aus- und Weiterbildung an der „MAS Alzheimerakademie“ wurde daher 2009 gemeinsam mit der Donau-Universität Krems der postgraduale Universitätslehrgang „Demenzstudien“ ins Leben gerufen. „Das Angebot ist in Österreich nach wie vor einzigartig und wird zunehmend national und international anerkannt“, so Lehrgangsleiterin Auer.

Der berufsbegleitende Masterlehrgang kann in zwei, vier oder sechs Semestern bis zum Master of Science absolviert werden und wendet sich an Personen in führenden, entscheidungstragenden, lehrenden und forschenden Positionen mit psychosozialem Grundberuf und angrenzenden Disziplinen (z. B. Ärzte, Juristen, Sachwalter, Psychologen, Pädagogen, Sozialarbeiter, Leiter von Pflegeheimen, Menschen in Forschung und Lehre).

Ziel der Ausbildung ist, reflektierte Experten auszubilden, die fähig sind, fachübergreifend in einem interdisziplinären Team zu arbeiten bzw. zu forschen. Durch den Austausch mit international führenden Experten verschiedener Universitäten und Organisationen können neueste wissenschaftliche Erkenntnisse laufend in die Ausbildung einfließen. Für den aktuellen Demenzstudien-Lehrgang, der am 5. Oktober 2015 beginnt, sind noch Plätze verfügbar.

Erste Professur für Demenzforschung etabliert

Als erste Universitätsprofessorin für Demenzforschung wurde nun Stefanie Auer in das Department für Klinische Neurowissenschaften und Präventionsmedizin der Donau-Universität Krems berufen. Die Psychologin gründete 2003 mit dem MAS-Team die Alzheimerakademie ( www.alzheimerakademie.at ) und legte so einen Grundstein für fundierte Ausbildungsoptionen in Österreich. „Ich freue mich, dass durch die Schaffung der Professur nun auch in Österreich die akademische Ausbildung auf dem Gebiet der Demenzforschung offizielle Anerkennung findet“, so Auer.

Quelle: Presse-Brunch „Verlorene Lebensjahre“, Wien, 25. Februar 2015

MAS /Donau Uni Krems, Ärzte Woche 10/2015

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