zur Navigation zum Inhalt
 
Gesundheitspolitik 9. Jänner 2015

Politiker von eigenen Versäumnissen überrascht

Seit Jahren hat die Ärztekammer die Kärntner Landesregierung, die Spitalsbetreiber und die Öffentlichkeit auf die in Kärnten gegenüber anderen Bundesländern äußerst niedrige Dichte an Spitalsärzten hingewiesen.

"Wir haben auch vor den Folgen dieser personellen Unterbesetzung gewarnt. Diese Folgen sind durch die vorhersehbaren gesetzlichen Einschränkungen der Arbeitszeit für Ärzte nun eingetreten", so Präsident Dr. Josef Huber. Für zahlreiche medizinische Behandlungen würden sich die Wartezeiten verlängern, Spezialambulanzen könnten nicht mehr durchgehend besetzt werden und einige Spitalsabteilungen könnten nicht mehr durchgehend von anwesenden Fachärzten betreut werden, so Huber weiter.

Diese Folgen hätten zumindest abgemildert werden können, wenn die Kärntner Landesregierung sich ernsthaft und rechtzeitig mit den Vorschlägen der Ärzteschaft für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen, die seit April des vergangenen Jahres bekannt sind, auseinandergesetzt hätte. "In Bundesländern, die die Zusammenarbeit mit den Ärzten gesucht haben, konnten die nun in Kärnten auftretenden Probleme vermieden werden", stellt Dr. Huber fest.

Anstatt nun angesichts der kritischen Versorgungssituation rasch die versäumten Maßnahmen nachzuholen, wird weiterhin so getan, als wären die Personalprobleme und die Demotivation der Ärzte völlig unvorhersehbar und überraschend aufgetreten. Nun wird versucht, den Ärzten selbst die Schuld an den jetzigen Zuständen, die ausschließlich durch das Versagen von Politikern zustande gekommen sind, zuzuschieben.

"Mit PR-Tricks, ideologisch motivierten Neiddiskussionen oder gar "Drüberfahren" über unsere Spitalsärzte wird keine Verbesserung der Patientenversorgung erreicht, sondern es werden noch mehr Ärztinnen und Ärzte in die innere oder äußere Emigration getrieben", warnt Präsident Dr. Huber abschließend vor einer weiteren Verschärfung der Situation.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben