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Gesundheitspolitik 6. Oktober 2014

Der Paramedic – Retter für das Rettungswesen?

Niederösterreichs Landeshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Sobotka schlägt vor, ein neues Berufsbild in der Notfallmedizin zu etablieren, wie er sagt als „Bindeglied zwischen Sanitäter und Mediziner“.

Der Paramedic soll als Gesundheitsberuf verankert werden, so der Vorschlag von Niederösterreichs Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. Wolfgang Sobotka, um den Notarztdienst zu ergänzen und damit zu entlasten. Mit diesem Vorschlag will Sobotka vorerst einmal einen Diskussionsprozess anstoßen. Das sei angesichts der Tatsache, dass es immer öfter zu Engpässen bei den Notärzten kommt, ein Gebot der Stunde. Mit dem neuen Berufsbild sollen die Notärzte von vielen Routineeinsätzen freigespielt werden, um da zu sein, wo sie tatsächlich dringend benötigt werden.

Den Paramedic definiert Sobotka als ein „Bindeglied zwischen Sanitäter und Notarzt“, der eigens für den Rettungseinsatz ausgebildet wird. Vergleichbare Paramedic-Systeme würden bereits in zahlreichen Ländern, in rettungsdienstlichen und notfallmedizinischen Systemen, mit Erfolg eingesetzt, etwa in den USA, in Großbritannien und in skandinavischen Ländern. Meist sind die Paramedics in der Notfallversorgung an standardisierte Vorgangsweisen gebunden, in bestimmten Fällen kann auch eine verpflichtende Absprache mit Ärzten via Funk vorgegeben sein. Die verschiedenen internationalen Ausbildungskonzepte sollen Mitte Oktober im Rahmen einer Enquete des NÖ Gesundheits- und Sozialfonds, dessen Vorsitzender Sobotka ist, in St. Pölten erörtert und diskutiert werden.

Notfallmediziner und Vertreter der Ärztekammer sehen allerdings derzeit keine Notwendigkeit, das insgesamt „gut funktionierende“ ärztlich gestützte Rettungswesen infrage zu stellen.

Zu den Standpunkten:

Heute schon an morgen denken
Mag. Wolfgang Sobotka

Rahmenbedingungen optimieren
Prof. Dr. Wolfgang Schreiber

Das wäre der falsche Weg
Dr. Gerrit Loibl, MSc

Volkmar Weilguni, Ärzte Woche 41/2014

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