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Gesundheitspolitik 22. September 2014

Ebola: Gefahr für den Weltfrieden

Sechs Millionen Menschen von Ausgangssperre betroffen.

Angesichts der dramatischen Lage durch die Ebola-Epidemie will die Regierung in Sierra Leone der Krankheit nun mit einer dreitägigen landesweiten Ausgangssperre entgegenwirken. Fachpersonal werde von Freitag an von Tür zu Tür gehen, um nach möglichen verborgenen Ebola-Patienten zu suchen. Von der Ausgangssperre sind rund sechs Millionen Menschen betroffen. Mehr als 7.000 Teams sollen währenddessen die 1,5 Millionen Haushalte des Landes besuchen und Seife sowie Informationsmaterial aushändigen. Zudem sollen sogenannte Ebola-Überwachungsteams für einzelne Gemeinden aufgestellt werden. Experten warnten jedoch, die Maßnahmen seien schwer umzusetzen und könnten unerwünschte Effekte hervorrufen. Die Welthungerhilfe warnte zudem, dass die Epidemie in Sierra Leone zu einer Hungerkatastrophe führen könnte.

Die Krankheit war zu Jahresbeginn in Guinea ausgebrochen. Dort kam es zuletzt mehrfach zu gewaltsamen Auseinandersetzungen wegen der Epidemie. Wie die örtliche Polizei am Donnerstag mitteilte, wurden bei einer Demonstration gegen Vertreter einer Aufklärungskampagne am Dienstag mindestens 21 Menschen verletzt. Mehrere Mitglieder der Kampagne, darunter auch Journalisten, werden nach übereinstimmenden Quellen von Bewohnern nahe der Stadt N’zerekore festgehalten.

Frankreich schickt im Kampf gegen die Epidemie ein mobiles Militärkrankenhaus nach Guinea. Die Klinik soll „in den kommenden Tagen“ errichtet werden, so Frankreichs Staatschef Francois Hollande. Auch Militärärzte und Angehörige des Zivilschutzes sollten entsandt werden.

Deutschlands Außenminister Frank-Walter Steinmeier gab bekannt, die deutsche Hilfe für die betroffenen Länder werde um fünf Millionen Euro aufgestockt.

An der Universität Oxford begann unterdessen ein Testprogramm, bei dem einer ersten Versuchsperson ein Impfstoff gegen Ebola verabreicht wurde. Bei erfolgreichen Tests könnte der Impfstoff laut WHO im November zum Einsatz kommen.

Der UN-Sicherheitsrat hat vergangenen Freitag die Ebola-Epidemie in Westafrika als Gefahr für den Weltfrieden und die internationale Sicherheit eingestuft.

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