zur Navigation zum Inhalt
 
Gesundheitspolitik 22. Juli 2014

Aids-Konferenz: Millenniums-Deklaration

Zahl der Todesfälle durch HIV, Malaria und TB durch großen Einsatz deutlich reduziert.

In der Folge der Millenniums-Deklaration des Jahres 2000 über die globalen Entwicklungsziele unter den Auspizien der UNO wurde auch die Zurückdrängung der bedrohlichsten Infektionskrankheiten - Aids, Malaria und Tuberkulose - beschlossen. Die Milliarden-Aufwendungen für dieses Ziel haben sich gelohnt: Die Zahl der Todesfälle konnte deutlich reduziert werden, so eine neue Studie.

Die Untersuchung von Christopher Murray von der University of Washington in den USA erbrachte einige überraschende neue Daten. Sie wurde am Dienstag bei der Internationalen Aids-Konferenz in Melbourne präsentiert und in "Lancet" veröffentlicht. Demnach ist die Zahl der HIV-positiven Personen weltweit geringer als von UNAIDS, dem entsprechenden Programm der WHO, angenommen: 29 Millionen Betroffene (UNAIDS: knapp mehr als 35 Millionen HIV-Positive). Die Zahl der Opfer durch Tuberkulose (1,4 Millionen im Jahr 2013) dürfte etwas höher als bisher angenommen sein. Fortschritte bei der Malaria wurden insbesondere gemacht, seit mit dem Programm zur Erreichung der Millenniumsziele die finanziellen Aufwendungen zwischen dem Jahr 2000 und 2011 auf 11,3 Milliarden US-Dollar (8,36 Milliarden Euro) stiegen.

HIV/Aids – Zahl der Neuinfektionen sinkt

Die Zahl der jährlichen Neuinfektionen mit dem HI-Virus hat sich vom Gipfelpunkt von damals 2,8 Millionen im Jahr 1997 auf nunmehr 1,8 Millionen reduziert. 2012 dürften weltweit 29 Millionen Menschen mit HIV/Aids gelebt haben. 2005 gab es die höchste Todeszahl mit 1,7 Millionen weltweit, 2013 waren es 1,3 Millionen. Seit 1996 hat die medikamentöse Behandlung der Erkrankten und Infizierten weltweit 19,1 Millionen Lebensjahre gerettet.

Die Zahl der Todesopfer durch Tuberkulose ist von 1,6 Millionen im Jahr 2000 auf 1,4 Millionen im Jahr 2013 gesunken. Trotzdem stieg die Zahl der Erkrankten von 8,5 Millionen im Jahr 1990 auf zwölf Millionen im Jahr 2013. Hier bereiten vor allem multiresistente Erkrankungsformen die größten Probleme, die weltweiten Migrationsströme führen zu einer Verbreitung auch in Gebieten, die bisher durch die medizinische Versorgung und die sozialen Standrads kaum mehr von Tuberkulose betroffen waren.

Malaria: Der Erkrankungsgipfel scheint überschritten

Im Jahr 2003 gab es mit 232 Millionen Fällen weltweit die bisher höchste Zahl an Malariaerkrankungen. Bis 2013 wurde eine Reduktion um 29 Prozent auf 165 Millionen erreicht. Das ist vor allem auf Kampagnen zur Bereitstellung von mit Repellentien imprägnierten Moskitonetzen, Bekämpfung der Anopheles-Mücke und die bessere Gewährleistung der Behandlung in vielen Staaten der betroffenen Weltregionen zurückzuführen. 2004 gab es bisher die meisten Malaria-Opfer mit 1,2 Millionen Toten, für 2013 errechneten die Wissenschaftler eine Zahl von 855.000 Opfern, etwas mehr als die WHO (627.000).

"Die Schätzung der Krankheitslast durch HIV, Malaria und Tuberkulose ist wichtig in der Kontrolle dieser Krankheiten. Aber auch durch unsere Analyse wird klar, wie wenig wir darüber in vielen Ländern der Erde wirklich wissen", sagte Murray. Es fehlten gerade dort verlässliche Daten, wo diese drei Krankheiten am häufigsten verbreitet sind.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben