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Gesundheitspolitik 16. Juni 2014

Kammer lobbyiert

Die Pläne von Politik und Sozialversicherung zur Primärversorgung im Gesundheitswesen lassen bei der ÖÄK die Alarmglocken schrillen. Befürchtet wird, dass die niedergelassenen Mediziner ihre zentrale Rolle im System verlieren könnten.

„Die Letztverantwortung muss beim Arzt bleiben“, sagte ÄK-Präsident Artur Wechselberger nach der jüngsten Gesprächsrunde in der Sozialversicherung. Alles andere sei undenkbar, denn: „Wir sind kein medizinisches Notstandsgebiet.“ Und, so der Kammer-Chef vor Journalisten: „Ich erwarte mir das Bekenntnis der Entscheidungsträger zu dem bestehenden System.“

Vor allem in allen medizinischen Fragen müssten die niedergelassenen Mediziner erste Ansprechpartner bleiben, außerdem müsse ihre Koordinationsfunktion als Leistung anerkannt – sprich: bezahlt - werden. In der Kammer wird befürchtet, dass sich die Ärzte mit der Reform einem „nicht nachvollziehbaren Teamcluster“ (gemeinsam mit Berufsgruppen wie Physiotherapeuten und Pflegekräften.) unterordnen müssen. Mit dem Konzept der Primärversorgung, das zentraler Teil der jüngsten Gesundheitsreform ist, sollen die Patienten an ihrem Wohnort von Teams betreut werden, in denen (wie Gesundheitsministerium und Sozialversicherung stets betonen) der Hausarzt eine zentrale Rolle spielt. Ein Pilotprojekt soll noch heuer in Enns starten. Die Ärzte trauen diesen Versprechungen aber nicht. Ein aufgetauchtes Arbeitspapier hat diese Befürchtungen befeuert.

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