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Gesundheitspolitik 10. Juni 2014

Österreichs Spitalsärzte arbeiten am Limit

72 Wochenstunden sind laut Ärztekammer nach wie vor keine Seltenheit.

Übergangsfristen zur Reduzierung der Arbeitszeiten von Spitalsärzten sind „viel zu lange“, so die Wiener Ärztekammer in einer Aussendung. Mit dem angepeilten Endtermin 2021 würde das bereits schon lange bekannte Problem nur um weitere sechs Jahre verschoben werden.

„Empört“ zeigt sich der Obmann der Kurie angestellte Ärzte und Vizepräsident der Ärztekammer für Wien, Hermann Leitner, über die langen Übergangsfristen hinsichtlich einer Reduzierung der Ärztearbeitszeiten in den Spitälern.

Seit 2003 sei das Problem bekannt, „und nun liegt ein Zeitplan vor, der das Problem noch weitere sechs Jahre vor sich herschiebt“, kritisiert der Vizepräsident. Zwar habe er Verständnis dafür, dass eine entsprechende Regelung der Arbeitszeiten nicht im nächsten Jahr umgesetzt werden könne, aber 2021 als angepeilter Endtermin sei entschieden zu lange. Darüber hinaus sei ein verlängerter Durchrechnungszeitraum von 52 Wochen eine massive Verschlechterung für die im Spital arbeitenden Ärzte und zudem massiv arbeitnehmerfeindlich.

Leitner: „Schon derzeit arbeiten Österreichs Spitalsärzte am Limit. Denn 72 Wochenstunden sind nach wie vor keine Seltenheit.“ Deshalb müsse der Gesetzgeber rasch eine Reduzierung erreichen, „auch um den Tätigkeitsstandort Österreich nicht zu gefährden“. In vielen Regionen Österreichs gäbe es bereits jetzt einen Mangel an Spitalsärzten. Und die frei gewordenen Stellen könnten oft nicht nachbesetzt werden. „Mit der Entscheidung, überlange Ärztearbeitszeiten bis zum Jahr 2021 zu prolongieren, gefährdet die Blockade der Länder die medizinische Versorgung in den Spitälern“, warnt Leitner.

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