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Gesundheitspolitik 21. März 2014

Arzt & Apotheker und die Debatte um Kompetenzen

Zusammenarbeit ist gefragt, aber immer wieder flackern Kompetenzdiskussionen auf. Sind es einmal die Ärzte, die das Patienten- und Medikationsmanagement ausschließlich für sich beanspruchen, so sind es als Reaktion darauf wieder die Standesvertreter der Apotheker, die die Medikamentenabgabe ausschließlich in der Hand ihrer Berufsgruppe sehen.

So zeigte sich kürzlich Dr. Martin Hochstöger, Präsident der Apothekerkammer Tirol „anlässlich des Vorstoßes einiger Ärztekammerfunktionäre, allen Medizinern das Recht auf die Medikamentenabgabe zu ermöglichen, ernsthaft besorgt um das an sich gute Verhältnis zwischen Arzt und Apotheker.“ In Österreich sei die Abgrenzung klar geregelt: Medikamentenabgabe durch Apotheken, Diagnose und Therapie durch Ärzte. Eine Medikamentenabgabe von Ärzten sei nur in ländlichen Regionen über ärztliche Hausapotheken möglich.

Auslöser war ein Vergleich des österreichischen mit dem Schweizer System der Medikamentenabgabe, den Dr. Christoph Reisner, Präsident der NÖ Ärztekammer, für den Schluss nutzte, das System der Medikamentenabgabe beim behandelnden Arzt sei für den Patienten vorteilhafter. Dies jedoch sei eine Existenzbedrohung für die flächendeckende Versorgung mit Apotheken in Österreich konterte Hochstöger: „Die Patienten brauchen partnerschaftliche Lösungen bei der Arzneimittelversorgung und keinen Streit zwischen Ärzten und Apothekern.“

Pilotprojekt in Deutschland: Arzt verordnet Wirkstoff - Apotheker wählt das Produkt

In Deutschland geht man nun deutlich andere Wege. Dort startet im kommenden Juli mit der Arzneimittelinitiative „Armin“ vorerst in Sachsen und Thüringen ein Projekt, in dem der Arzt nur noch einen Wirkstoff ohne Produktnamen verordnet und der Apotheker anschließend ein Produkt auswählt. Konkret geht es dabei um die 250 wichtigsten Wirkstoffe, für die Krankenkasse, Ärzte- und Apothekervertreter einen Katalog erarbeiteten. Die Teilnahme ist für alle Beteiligten freiwillig. Vorteil für den Arzt: Bei den betreffenden 250 Wirkstoffen sind die Ärzte von der bisher geltenden Preisverantwortung mit Regressrisiko befreit.

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